Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)

Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreich Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreichs gegen die französische Revolution

IV. Der bayerische Erbfolgekrieg 1778—1779. 381 mit 601 Geschützen, 1000 Grenz-Scharfschützen, 2982 leicht berittene Grenzer (Huszárén). An Besatzungstruppen hatten zurückzubleiben: in Bayern 4 Ba­taillone, in den Festungen Böhmens, Prag, Eger und Königgrätz, 15 Bataillone, in Mähren, Festung Olmütz, 9 Bataillone, in Galizien 6 Bataillone, in den Festungen Ungarns, Arad, Temesvár, Ofen, Peter­wardein, Esseg, Brod, Gradisca, 11 Bataillone, in Siebenbürgen 2 Ba­taillone, in Inner-Österreich 1 Bataillon, in den Niederlanden: Luxem­burg, Brüssel, Antwerpen 6 Bataillone, in Italien 3 Bataillone, im Reich Erfurt, Höchster 1 Bataillon, zusammen die Besatzungstruppen 58 Bataillone. Die Hauptarmee in Böhmen sollte hinter der Elbe mit dom rechten Flügel bei Holitz, dem Centrum bei Kolin und mit dem linken Flügel bei Melnik an dem Zusammenfluss der Eger und Moldau, das Corps in Mähren-Schlesien hinter der Beczva und March zwischen Leipnik, Olmütz und Littau mit Detachements im Herzogthum Teschen und in Galizien, das Corps in Ungarn hinter der Donau zwischen Wien und Ofen versammelt werden. Die zur Bildung dieser Armee bestimmten Truppen hatten vorläufig Marschbereitschaft zu halten. Prag wurde zum Hauptdepot für die Feldarmee, die Festungen Olmütz und Brünn zu Hauptniederlagen für alle Bedürfnisse des in Mähren- Schlesien zusammenzuziehenden Corps ausersehen. An diese vorberei­tenden Maassnahmen zur Mobilmachung und Concentrirung des Heeres reihten sich die Anordnungen behufs Aufbringung der zur Ergänzung des Kriegsstandes erforderlichen Anzahl Recruten, Errichtung der Reserve-Escadronen bei den Cavallerie-Regimentern, Aufstellung des Stabs-Infanterie- und Stabs-Dragoner-Regimentes, Augmentirung des Pionnier-Bataillons auf die Kriegsstärke, Ausrüstung der Artillerie für den feldmässigen Fuss, Zusammenstellung eines Brückentrains von 100 hölzernen, 80 blechernen und 28 leinenen Pontons, Vertheidigungs- Instandsetzung der festen Plätze Olmütz, Königgrätz, Prag und Eger etc. Am 20. Februar erklärte Kaiser Josef, dass die zuvor bezeich- neten Vorkehrungen zur Marschbereitschaft, Augmentirung des Heeres auf den Kriegsstand und zur Vereinigung desselben in Böhmen, Mähren und Ungarn bei dem Stadium, in welches die diplomatische Action getreten, nicht mehr genügten. Es sei daher höchst wünschens- werth, die Truppen überhaupt durch engeres Zusammenziehen aus den entfernteren Theilen der Monarchie den künftigen Aufstellungs­punkten näher zu bringen. Entsprechend diesem Anträge ergieng am 25. Februar die Ordre, die zu der mobilen Armee in Böhmen und Mähren-Schlesien gehörigen Truppenabtheilungen, nach den bereits erlassenen Verfügungen über die Stärke und Zusammensetzung, bis zum 10. April in dem Aufmarschraume von der Elbe-Moldau bis an die Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs. 1882. 27

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