Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs-Archive: Wagram, Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809

Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809. 75 Ober-Siebenbrunn her seine Flanke bedrohten und von ferne auch jene, die aus dem Centro über Pysdorf gegen Glinzendorf zum Soutien vom Feinde geschickt wurden. Ohnehin hatten die Streitkräfte dieses (IV.) Corps durch den schon einige Stunden fortwährenden heftigen Widerstand beträchtlich abgenommen; der Verlust an Mannschaft sowohl, als an demontirtem Geschütz war sehr gross, und nur allein die anbefolilene Erscheinung des Erzherzogs Johann wäre vielleicht noch im Stande gewesen, die gewaltsamen Angriffe des Feindes durch Theilung seiner Kräfte zu schwächen und die Erhaltung eines Postens zu erleichtern, mit dessen Verlust der unglückliche Ausgang der Schlacht keinem Zweifel mehr unterlag. Allein von der Annäherung desselben hatte man bisher noch keine Spur. Diese erwartete Verstärkung ging nun, da der Feind mit einigen Cavalleriemassen den GM. Fröhlich bei Ober-Siebenbrunn umging, verloren, und die Deckung der linken Flanke der Armee, gegen welche der Feind seine kräftigsten Angriffe richtete, blieb jetzt allein dem geschwächten IV. Corps überlassen. „GM. Fröhlich, durch Übermacht von der Front und Flanke angegriffen, zog sich zurück, und die erste Colonne des Feindes debou- chirte nun mit Infanterie und Cavallerie durch Ober-Siebenbrunn und formirte sich in unserer linken Flanke in zwei Treffen, während die zweite, von Rutzendorf kommende, den Russbach passirte, Glinzendorf links vorwärts Hess und ihre leichte Artillerie vor der Front, schweres Geschütz aber hinter dem ersten Treffen, in drei Treffen sich auf­stellte. „Mit heftigstem Artilleriefeuer begann der Feind seinen Angriff. — Unvermögend, dem kreuzenden Feuer zu widerstehen, Hess Fürst Rosenberg zwei Cavallerie-Regimenter, die nur mehr den Rest zweier zum Theile demontirter Cavallerie-Batterien entgegenzusetzen hatten, in die Position zurückgehen, die übx-igen am Fusse der Höhe stehen. Eine Brigade Infanterie aber, dann später eine zweite, bis jetzt en reserve in Masse aufgestellte, mit einer Brigade-Batterie, eine Flanke links formiren und alles übrige noch disponible Geschütz vor der Front derselben zusammenführen. „Der Feind, der nun mit seinen beiden Treffen von Ober-Sieben­brunn vorrückte, vereinigte sich mit der, von Glinzendorf in der schiefen Richtung des Thurmes von Markgraf-Neusiedl gleichfalls zum Angriffe en front anlangenden, in drei Treffen aufgestellten Colonne. — Ein beträchtlicher Schwarm von Plänklern, die seine Front deckten, näherte sich dem Orte, aber das gut angebrachte und anhaltende Feuer der in den Gräben vor Markgraf-Neusiedl postirten Infanterie schlug mehrere seiner Stürme ab. Endlich aber bewirkte Ermattung, die Flammenliitze des brennenden Dorfes, noch mehr aber die über­legene feindliche Macht und der Verlust der kurz vorher durch ein Bataillon von Coburg zu früh verlassenen Mühle, dass ein Theil des

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