Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)
Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737
306 Der Krieg mit der Pforte 1736—39. 6) In der Walachei und Moldau. Das siebenbürgische Corps hatte im Sinne der allgemeinen Disposition am 12. Juli den Einmarsch in das feindliche Gebiet begonnen. General-Major Ghilany war an diesem Tage von Törzburg aufgebrochen und hatte den Oberstlieutenant Barkoczy mit 250 Pferden nach Kimpolung vorausgesendet, da es ruchbar geworden war, dass die Türken diesen Ort beim Ausbruch der Feindseligkeiten in Brand zu stecken beabsichtigten. Der Feind wartete jedoch die Ankunft dieses Detachements nicht ab, sondern ergriff die Flucht mit Ausnahme eines kleinen Theiles, der sich in das mit hohen Mauern umgebene Kloster warf. Nach hartnäckiger Gegenwehr wurde dasselbe von den abgesessenen Huszárén erstürmt; das am Nachmittage ankommende Gros fasste in der Stellung Posto und verschanzte sich dort. Die Haupt-Colonne unter FZM. Paul Wallis lagerte am 18. bei Rimnik, wo ein Brückenkopf angelegt und das Kloster Argis, sowie Perischan verschanzt wurden. Auf der Seite gegen die Moldau drang FML. Quadagni ebenfalls in’s Land ein, konnte aber mangels nahe genug liegender haltbarer Punkte sich nicht behaupten, sondern musste sich auf die Besetzung der Grenze und gelegentliche Streifzüge beschränken. Die kaiserlichen Truppen hatten gegen Ende Juli Argis, Kimpina, Kimpolung, Tergovist und Perisan besetzt und Huszárén-Abtheilungen nach Pitesti und Kloster Marginany vorgeschoben, um den Hospodar Johann Maurocordato, der eine feindselige Haltung eingenommen , auf seinem unweit Bukurest gelegenen Landsitze aufzuheben. Das Unternehmen misslang jedoch in Folge der Wachsamkeit des Bedrohten, der sich nun um so inniger an die Türken anschloss. Es wurde überhaupt die Erfahrung gemacht, dass mit Ausnahme des Metropoliten und einer geringen Anzahl Bojaren, die sämmtlich vom Hospodar in Gewahrsam gehalten wurden, die Stimmung im Lande noch weit weniger dem Anschlüsse an Österreich günstig sei als in der Moldau. Der Hospodar sowohl, als auch der massgebende Tlieil der Bevölkerung strebte mit allen Kräften unter russisches Scepter zu kommen und wurde darin von dem russischen Oberbefehlshaber Feldmarschall Münnich auf das Thatkräftigste unterstützt1). Wenn sich die Walachei ganz an die Türkei anschloss, so benützte sie dieselbe nur als Mittel zum Zweck, während sie sich Österreich gegenüber so feindselig benahm, als dies die Verhältnisse nur immer zuliessen. Nicht nur die Bojaren zogen sich vor den *) *) Berichte und Correspondenzen des FZM. Grafen Wallis. Kriegs-Archiv, liofkriegsräthliche Acten; Fase. VIII, 5.