Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737

298 Der Krieg mit der Pforte 1736—39. sie eines baldigen und ausgiebigen Succurses aus dem Innern des Landes sicher sei. , Unter diesen Umständen hielt es Prinz Hildburghausen, dem nur 16-257 Mann, worunter 4345 Reiter, zu Gebote standen, nicht für angezeigt, seine Kraft durch vollständige Einschliessung des Platzes auf beiden Ufern des Vrbas zu theilen; er beschränkte daher den Hauptangriff auf das linke Ufer und liess das rechte nur durch ein Detachement beobachten. Nach vorangegangener Beschiessung sollte dann der Platz durch den directen Angriff von beiden Ufern her bezwungen werden. Nachdem die Einschliessung am linken Ufer vollzogen war, eröffneten am 27. zwei am Lausberge errichtete Batterien von je 4 Kanonen und 2 Mörsern das Feuer, durch welches die Belagerten am 29. zur Räumung der linksseitigen Vorstädte gezwungen wurden. Noch am selben Abende wurden die Laufgräben vor der Südfront eröffnet und am 30. waren bereits 6 Batterien mit 12 Kanonen und 10 Mörsern in Tliätigkeit. Ein Ausfall der Belagerten wurde zurück­gewiesen. Da am 27. und 28. die Nachrichten über einen heranziehenden Ersatz bestimmter lauteten, so wurde General-Major Bernes mit einem kleinen Detachement auf der Strasse nach Travnik vor­geschoben , um über die Bewegungen des Gegners Gewissheit zu erlangen und gleichzeitig für einen eventuellen Fall die Communi- cationen herzustellen. Auf das rechte Ufer wurde General-Major Baranyay mit 8 Grenadier- und 5 Carabinier - Compagnien, 1 Bataillon Croaten, einigen Compagnien raizischer Huszárén, 4 Feldstücken, 4 zelin- pfündigen und einer Anzahl Handmörser übersetzt und die Verbin­dung mittelst einer Pontonbrücke hergestellt General-Major Baranyay besetzte die dominirenden Höhen und vertrieb am 31. die Türken aus der Vorstadt in die Festung. Am 3. August waren die Belagerungs-Arbeiten so weit vorge­schritten, dass der Prinz für die folgende Nacht die Erstürmung des bedeckten Weges anordnete. General-Major Baranyay sollte zu gleicher Zeit über die permanente Brücke einen Angriff auf das „Wasserthor“ ausführen und zugleich mit den Vertheidigern der Brücke in die Festung ein dringen. Gefecht bei Banjaluka am 4. August. Die Dispositionen für den Angriff waren bereits gegeben, als General-Major Bernes mit der Meldung zurückkehrte, dass der Feind, 10.000 bis 15.000 Mann stark, einen Tagmarsch westlich von Banjaluka, in der Gegend bei Gjuric, in einem schwer zugänglichen Gebirgskessel lagere. In Folge dessen wurde der Angriff aufgeschoben und beschlossen,

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