Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)
Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737
II. Dei' Feldzug von 1737. 285 des Prinzen die Verbindung mit dem am Vrbas vergehenden Hauptcorps herzustellen. Der Commandant des Carlstädter Generalates, FML. Graf Stubenberg, nimmt mit 6000 Mann Stellung bei Szluin hinter der Coranna, rückt auf Sturlic und Tersac vor und sucht dem von der Save, respective von Jasenovac her anrückenden Banus von Croatien die Hand zu reichen. Gelingt dies, so ist sich Bihac’ möglichst zu nähern und dessen Besatzung in Schach zu halten. Der Banus von Croatien marschirt mit 3500 berittenen und 8500 Grenzern zu Fuss von Jasenovac aus die Unna aufwärts, besetzt alle befestigten Plätze bis Novi und wendet sich von da gegen Sturlic, um sich mit Stubenberg zu vereinigen; hierauf wird der nördlich gelegene Tlieil Ttirkisch-Croatiens occupirt, Novi eingeschlossen und die weitere Disposition vom Corps-Commando erwartet. Das Hauptcorps, 17—18.000 Mann regulärer und Grenztruppen, sammelt sich bei Gradiska und rückt bei Eröffnung der Feindseligkeiten, unter persönlicher Führung des FZM. Prinzen Hildburghausen so rasch als möglich auf Banjaluka und bemächtigt sich dessen, so wie Jaice’s und aller festen Punkte am Vrbas. Sollte es möglich sein, im Vereine mit dem Banus rasch Novi zu nehmen, so wäre dies jedenfalls zu versuchen, sonst aber damit keine Zeit zu verlieren, sondern nach Sicherung der Vrbas-Linie mit dem Corps an die Bosna zu marschiren und Zwornik zu belagern. Nach dessen Einnahme sind die weiteren Anordnungen behufs vollständiger Eroberung Bosniens vom Armee-Commando einzuholen. Das siebenbürgische Corps hatte die bereits im Feldzugsplan angedeutete Diversion in die Walachei und Moldau auszuführen, und zwar sollte FZM. Wallis durch den rotlien Thurm — GFW. Gliilany durch den Törzburger Pass in die Walachei eindringen, um die Türken an einem Flussübergange zu hindern und abzuwarten, auf welche Seite sich der Hospodar stellen werde. An den minder gefährdeten Punkten: Isias, Kalafat und oberhalb Widdin gegen Pristol (Prestola), war unter Generalmajor Pfefferkorn eine Postirung und bei Kalafat eine haltbare Schanze für 6—8 Regimentsstücke und einige Doppelhaken herzustcllen. FML. Quadagni hatte mit den in den Grenzpässen und bei Bistritz stehenden Truppen soweit brandschatzend in der Moldau vorzugehen, als dies ohne Gefahr abgeschnitten zu werden thunlich war. Für den Beginn der Operationen hatte sowohl das croatische als auch das siebenbürgische Corps den speciellen Befehl des Armee-Com- mandanten abzuwarten. Der Hofkriegsrath billigte diese Anordnungen mit Ausnahme jener für das croatische Corps, welches er, wohl nicht mit Unrecht, durch die Dispositionen Seckendorfs zu sehr zersplittert fand. Der