Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs - Die Occupation Bosniens und der Herzegovina (1879)

Operationen der Haupt-Colonne bis Zenica-Vitez

Vormarsch von Brod bis zum Gefechte bei Zepce. 123 Am 2. August, 4 V2 Uhr Früh, trat der 1. Staffel den Vormarsch von Dervent nach Kotorsko an. Die Strasse, welche diese Orte mit einander verbindet, ist jederzeit fahrbar und im Durchschnitt 5m breit. Häufige Verengungen auf 2‘8m und Erweiterungen auf 7’5m bilden mit vielen verwahrlosten Stellen, höchst mangelhafter Beschotterung und mehrmaligen Steigungen von 70—90mm per Meter für den Armee­train schwer zu bewältigende Bewegungs-Hindernisse. Die bedeutendste Steigung befindet sich bei dem Aufstiege von Han Modran auf die Gazdica zwischen dem Hauptrücken des Vucia brdo und den Abfällen der Krnin planina, 200—250mm per Meter. — Das Gelände ist theils mit Waldungen bedeckt, theils bebaut; geschlossene Ortschaften gibt es nicht; die Dörfer zeigen sich in Gruppen, einzelne Gehöfte zerstreut, oft mehr als eine Stunde auseinander; elende Wohnhäuser. Während der Marschbewegung der 3. Gebirgs-Brigade durch diese Gegend kamen in Folge der beschädigten Strassenobjecte öftere Stockungen vor. Nach einer längeren Rast bei dem Han Marica er­reichte die Vorhut — 5. Bataillon des Reserve-Regimentes Nr. 27 — um 2 Uhr 20 Minuten Nachmittags den von Dervent 22’5km entfernten Ort Kotorsko. Die rechte und linke Seitenhut, je */2 Compagnie des Reserve-Regimentes Nr. 7, gelangten viel später ins Lager; die 20. Compagnie des Reserve-Regimentes Nr. 47 war bei dem Han Marica zur Deckung der Corps-Artillerie zurückgeblieben; die Vorposten bezog das 5. Bataillon des Infanterie-Regimentes Nr. 27 bei dem Han Osmanicin längs des Foca-Baches, die 18. Compagnie gegen Doboj behufs Deckung der Strassen-Ausbesserungsarbeiten bis Civce vorschiebend. Obgleich die Bespannungen der Corps-Artillerie zur Fortbringung des Verpflegstrains unausgesetzt thätig waren, so gerieth dieser in der Gegend von Foca dennoch in’s Stocken und konnte bis zum Einbruch der Nacht nach Kotorsko nicht gelangen. Der Tag verlief unter Sonnenschein und mässiger Hitze, in der Nacht aber fiel ein heftiger Regen. Dessen­ungeachtet waren die 5. Pionnier-Reserve-Compagnie und die 4. Genie- Compagnie, theilweise mit Benützung der Nachtstunden bemüht, die Brücken über die Foca und Rudanka, sowie die Strassen-Durchlässe gegen Doboj herzustellen. In Kotorsko empfingen den FZM. Freiherrn v. Philippovic zwei muhammedanische Deputationen aus Kotorsko und Tesanj, welche ihre unbedingte Unterwerfung und Ergebenheit versicherten. Die im Lager bei Dervent noch zurückgebliebenen zwei Gebirgs- Brigaden des 2. Staffeis bewirkten die Ergänzung ihrer Vorräthe bis zum 5. August aus der Verpflegs-Colonne Nr. 6. Das 2. Bataillon des Infanterie-Regimentes Nr. 38 kam auf Vorposten. Ueber die Ereignisse des 2. August ging von Kotorsko aus fol­gender telegraphische Bericht nach Wien ab: „Am 2. Kotorsko nach Ueberwindung grosser Schwierigkeiten erreicht. Technische Truppen arbeiten mit beispielloser Hingebung Tag und Nacht. Auf Dauer können solche Leistungen zu deren Auflösung führen. Verstärkung an technischen Truppen daher dringend geboten. Aerarische Fuhrwerke und Bespannungen erweisen sich für bosnische

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