Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs - Die Occupation Bosniens und der Herzegovina (1879)
Ereignisse vom Einmarsche bis zur Einnahme von Sarajevo
106 Einleitung der Operationen. „Euer stets freudige Gehorsam für die Befehle unseres obersten Kriegsherrn, Euere musterhafte Disciplin bieten mir sichere Gewähr für die Einhaltung dieses, in Euerem Namen abgegebenen Versprechens.“ „In Ausführung der uns übertragenen Mission, werde ich keine Einsprache dulden, jedem, von welch’ immer Seite kommenden Widerstand zu begegnen wissen.“ „Soldaten! Euere Aufgabe, edel und erhaben in ihren Zielen, ist eine schwere!“ „Bedingt durch die Verhältnisse der Länder, die Ihr betretet, stehen Euch mühevolle Märsche, mangelhafte Unterkünfte, Entbehrungen und Strapazen aller Art bevor.“ „Doch mit voller Zuversicht vertraue ich Euerer Willenskraft und Ausdauer; für Euch ist kein Hinderniss gross genug, das Ihr nicht mit Leichtigkeit zu überwinden vermöchtet.“ „Nochmals Soldaten! wiederhole ich es, nicht zu einem Siegeszuge, zu harter Arbeit führe ich Euch, verrichtet im Dienste der Humanität und Civilisation!“ „Diese Worte, in ihrer Anwendung so oft missbraucht, sie sollen unter den Fittigen des Doppel-Aars, durch Euch! zu erhöhtem Ansehen, zu neuem Glanze, zu wahrer Geltung gelangen!“ Gleichfalls politische und militärische Momente waren es, die FZM. Freiherr von Philippovic bewogen, das Hauptgewicht darauf zu legen, die einmal begonnenen Operationen ohne Störung und Unterbrechung durchzuführen. Obwohl der Aufmarsch im Allgemeinen am 25. vollendet war, berichtete der Feldzeugmeister an diesem Tage nach Wien, dass obgedachte Gründe es wünschenswerth machen, die Grenze nicht vor dem 28. zu überschreiten. Den Truppen sollte nach Aufnahme der Ergänzungs- Transporte einige Zeit gegönnt werden, zur Herstellung der inneren Ordnung, sowie nicht minder zur Vertheilung und Uebung im Gebrauche der ihnen gänzlich fremden Gebirgs-Ausrüstung. Ueberdies waren noch die letzten Vorbereitungen beim 13. Armee- Corps zum Save-Uebergang zu treffen. Bei Alt-Gradiska und Brod sollten seiner Zeit durch halbpermanente Jochbrücken zu ersetzende Kriegsbrücken gebaut und bei allen Uebergangspunkten, einschliesslich jenes von Samac, Dampffähren zur Verwendung kommen. Die geeignetsten Uebergangsstellen waren bereits recognoscirt. Zur Verfügung standen: Für den durch Major Zinner, Commandanten des 1. Pionnier-Bataillons zu leitenden Uebergang, bei Alt-Gradiska: 4 Compagnien technischer Truppen mit 6 Kriegsbrücken-Equipagen; für Brod, wo der Commandant des 5. Pionnier-Bataillons, Major Jellusig, die Leitung zu übernehmen hatte: 5 Compagnien und 8 Equipagen; überdies auf allen Uebergangsstellen je ein Dampfer der Donau-Dampfschifffahrts-Gesell- schaft mit je vier als Ueberschiffungsglieder einzubauenden Schleppern. Für Durchführung der Ueberschiffungs-Arbeiten bei Samac war die 3., ebenfalls auf erhöhtem Friedensfusse stehende Pionnier-Feld-Com- pagnie dahin disponirt.