Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Heinrich Du Val Graf von Dampierre, Freiherr von Mondrovillia, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, Kämmerer, Kriegsrath, Ritter des Ordens de Santa Militia und Oberst-Inhaber eines Cürassier-Regiments. Ein Beitrag zur Geschichte der I. Periode des dreissigjährigen Krieges

Heinrich Du Val Graf von Dampierre. 87 selbst dabei verwundet wurde. Als sie ferner erfuhren, dass Georg Rákóczy, Bethlen’s General, mit einigen 100 Mann im Anzuge sei, ward sofort der Rückzug angetreten, wobei es nicht ohne neuen Ver­lust beim Übersetzen der Donau ablief. Auch von Collalto’s Truppen fielen einige Compagnien unterwegs zwischen Hainburg und Bruck an der Leitha in einen Hinterhalt und wurden grösstentheils aufgerieben. Also endete mit dem Tode des tapferen, viel zu früh dahingeschie­denen, erst in seinem 41. Lebensjahre stehenden Dampierre der erste Versuch der Kaiserlichen auf Pressburg ‘); erst im Mai des nächsten Jahres gelangte es in die Hände Bucquoi’s. Der Kaiser sendete ohne Verzug zu den zerstreuten, erschütterten Truppen gegen Hainburg den General Graf Johann Breuner, der sie wieder sammelte. Als Bethlen Gábor, der sich damals gerade zu Güns befand, von dem Ereignisse zu Pressburg Kunde erhielt, eilte er sofort dahin und ehrte sich selbst, indem er auch im gefallenen Feinde den Helden ehrte. Auf seinen ausdrücklichen Befehl ward Dampierre’s Kopf wieder an den Körper geheftet und im Beisein des mit ihm herbeigekom­menen französischen Gesandten, Herzog von Angouleme, stattlich im Franciskaner - Kloster bestattet und einstweilen in der Gruft eines anderen tapferen Kriegers, Ladislaus Pathay, beigesetzt. Diesem mit aller militärischen Pracht vollzogenen Leichenbegängnisse wohnte Bethlen mit seinen sämmtlichen Generalen und dem erwähnten Herzoge bei. Auf dessen Veranlassung lieferte der siebenbürgische Fürst den Leichnam Dampierre’s Anfangs Jänner 1621 nach Wien aus, woselbst der Kaiser ihn bei den Augustinern feierlichst zum andernmale — 4. Jänner — bestatten liess und in eigener Person mit seinem Hofe dabei Antheil nahm 2). *) *) Ein Bildniss des Helden, das einen stattlichen Krieger darstellt, beiindet sich im „Theatrum Europaeum“, und eine Marmorstatue Dampierre’s in der Ruhmeshalle des k. k. Arsenales zu Wien; diese widmete vor mehreren Jahren ihrem ersten Regiments-Inhaber das Officierscorps des jetzigen 8. Dragoner-Regiments. 2) Es gelang dem Verfasser nicht, in einer der beiden Kirchen irgend eine Spur von einem Grabmale aufzufinden, doch blieb die Grahschrift Dampierre’s erhalten, aus welcher hervorgeht, dass die Pietät seiner Brüder es war, die ihm ein solches errichtet. Die aus dem Lateinischen in’s Deutsche übersetzte Inschrift lautete: „Dieses Monument setzten: Dem Heinrich Du Val, einem Franzosen, Grafen Dampierre, Freiherrn von Mondro- ville etc., Herrn in Han etc., welcher, nachdem er Beweise seiner ausgezeichneten Tapferkeit in den siebenbürgischen Affairen, dem Bocskay’schen Aufstande, in Ungarn und gegen die Türken in allen Schlachten gegeben, sich auch in der Folge in allen kriegerischen Zeiten nicht unwürdig dieses Reiches und des Hauses Österreich, wie auch gegen die Venediger erwiesen hatte, gegen alle Rebellen des Kaisers Ferdinand II., die böhmischen, österreichischen, schlesischen, mährischen und ungarischen, schon allein durch seines Namens Schrecken als eine Geissei, zur Hoffnung des gemeinen Wohles focht, endlich von einer feindlichen Kugel hei dem Schlosse Pressburg durch­bohrt, zum allgemeinen Leidwesen am 9. October 1620 starb. Jacob, Stephan und Carl, die trauernden leiblichen Brüder.“

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