Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Heinrich Du Val Graf von Dampierre, Freiherr von Mondrovillia, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, Kämmerer, Kriegsrath, Ritter des Ordens de Santa Militia und Oberst-Inhaber eines Cürassier-Regiments. Ein Beitrag zur Geschichte der I. Periode des dreissigjährigen Krieges

Heinrich Du Val Graf von Dampierre. 81 verhalten.“ „Mit äusserster Lebensgefahr“ — so heisst es an anderer Stelle — „hat er zur Versicherung Unserer kaiserlichen Person bei der Uns zugestandenen Noth, gleichsam vor des Feindes Angesicht, fünf florentinische Compagnien zum Succurs und Hilf hereingebracht, also zu Unserem allergnädigsten Contento und seinem unsterblichen Lob und Ruhm.“ — Der wackere Mann lebte bis zum Jahre 1624; er starb zu Wien, 65 Jahre alt, und hinterliess vier Söhne. Carl, der älteste, der sich in den Kämpfen jener Zeit ebenfalls tapfer und ritter­lich gehalten“, folgte ihm in der Würde eines Arsenal-Hauptmannes *), deren Anwartschaft er vom Kaiser schon 1620 zugesichert erhalten hatte; ein zweiter Sohn, Max, war vor dem Feinde geblieben; Roderich und Johann waren Domherren von Passau und Olmütz; der jüngste endlich, Matthias, „possedirte das uralte Stammhaus derer von Saint- hilliere“. 1635 erhob Ferdinand II. Carl in den Grafenstand, und dessen Witwe Maria Faustina, geborene Gallér, erhielt 1650 das Incolat des Königreiches Böhmen. Nach dieser wohl gerechtfertigten Abweichung kehren wir wieder zu Dampierre zurück, der nach dem früher erwähnten Treffen von Zablot sich von Bucquoi getrennt, da er die Bestimmung erhalten hatte, nach Mähren zu marschiren, um die Unterwerfung dieser eben­falls revoltirenden Provinz zu vollziehen * 2). Er eroberte hier zwar das feste Schloss Jassowitz, griff aber Nikolsburg vergeblich an. In den hierauf folgenden zwei Treffen am 16. und 27. August bei Unter- ^6*1 Wisternitz an der Thaya gegen die Mährer gelang es ihm nicht, das Waffenglück an seine Fahnen zu fesseln. Charakteristisch für dieses Gefecht ist es, dass die Reiterei sich gegenseitig erst eine Weile be­schoss, ehe sie zum Degen griff, und hierauf so hart aneinander gerieth, dass beide Theile mehrmals ihre .Plätze wechselten. Dampierre selbst wurde am letzteren Tage durch „eine silberne Kugel“ vom Herrn Friedrich von Tieffenbach3) gefährlich verwundet. Später wusste er seine erhaltenen Schlappen wieder wett zu machen, indem er in meh­reren kleinen Gefechten im Vortheil blieb und sich auch des festen Schlosses Lundenburg bemächtigte. ’) In eben dieser Stellung erscheint noch der Letzte des Geschlechtes Saint- hilliére, Franz Anton, der um das Jahr 1720 starb, und durch dessen Veranstaltung höchst wahrscheinlich — da am Fusse des Bildes das Sainthilliere’sche Wappeif angebracht war — 1715 über einer Einfahrt in dem ehemaligen Arsenal in der Kenngasse jenes Marienbild erneuert wurde, welches, im Jahre 1588 aufgestellt, bekanntlich bei der Beschiessung vom 6. October 1848 gänzlich unversehrt blieb. 2) Im Mai ward Dampierre zum andernmale, und zwar über Cavallerie und Infanterie als General-Feldwachtmeister bestallt und angewiesen, sein früheres Patent Bucquoi zur Cassirung zuzustellen. 3) Ein Bruder des bekannten „alten Tieffenbacher’s“, der ihm hier im Treffen gegenüberstand. Friedrich ward 1621 unter seltsamen Umständen zu Innsbruck hin­gerichtet. Österr. milit. Zeitschrift. 1876. (Mittheilungen des Kriegs-Archivs.) 6

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