Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Heinrich Du Val Graf von Dampierre, Freiherr von Mondrovillia, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, Kämmerer, Kriegsrath, Ritter des Ordens de Santa Militia und Oberst-Inhaber eines Cürassier-Regiments. Ein Beitrag zur Geschichte der I. Periode des dreissigjährigen Krieges

Heinrich Du Yal Graf von Dampierre. 79 tragt war. Unter Dampierre’s Befehl standen in der Mitte des Jahres schon 8619 Mann, und zwar: 1. Reiter Dampierre’sche . . Sächsische Cürassiere Oberst Isterle . . . Altgediente Neugeworbene Bergstädte Huszárén 500' 100 500 1109 * 1000 300 3509 Mann. 2. Fussvolk. 5 Fähnlein des Grafen Fürstenberg 3 Fähnlein der Hauptleute Herber­stein, Bardt und Smuer . . . Oberstlieutenant Colloredo . . Hauptmann Jakobers.................... Teufenbach’sche ............................. Altgediente |.............................. Neu geworbene !• Haiduken . . . Grenz- j.............................. 15 00 1200 500 300 > 300 110 1000 200 5110 Mann. Mit Theilen dieser Truppen hatte Dampierre einen hervorragen­den Antheil an dem Treffen von Zablot (Thein, Netolitz bei Budweis) genommen, welches Bucquoi dem Mannsfelder am 10. Juni 1619 ge­liefert, der hier total geschlagen wurde. War dieser Sieg ein wichtiger für die Regentenstellung Kaiser Ferdinand’s II., so brachte den darauf folgenden Tag schon das Erscheinen einiger hundert Cürassiere von Dampierre’s Regiment auf dem Burgplatze in Wien der Person des Kaisers Rettung. Es war bekanntlich am 11. Juni 1619, dass eine Schaar niederösterreichischer protestantischer Stände in die Burg ge­drungen und stürmisch vom Kaiser die Einwilligung zu ihrem Waffen - bunde mit den Böhmen verlangte. In diesem gefahrvollen Augenblicke nun erschienen die oberwähnten Cürassiere, geführt von dem im 46jährigen treuen Dienste ebenso erprobten als vielfach erfahrenen Arsenal-Hauptmann Gilbert de Sainthilliére. An dieser Stelle sei die bisher in beinahe alle historischen Werke übergegangene Angabe berichtigt, als ob derselbe der Oberst des Regiments Dampierre gewesen wäre. Gilbert de Sainthilliére, wie er sich selbst schreibt (gewöhnlich St. Hilaire genannt), Seiner Majestät Kämmerer und Oberst, bekleidete seit Langem schon die wichtige Stelle eines Arsenal-Hauptmannes zu Wien. Dieser Posten entsprach dem eines Oberst-Schififamts-Commandanten und gehörte zu den höchsten und ausgezeichnetsten Ämtern der Armee. In dieser Eigenschaft ward ihm öfters der Auftrag zu Theil, Truppen bald diesem, bald jenem

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