Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)
Die Schlacht von Königgrätz
48 Die Schlacht von Königgrätz. durfte eben nur jenes Geschichtsmaterial verwenden, welches in den Gefechts-Relationen enthalten war. Die cavalleristischen Kreise Österreichs schwiegen nicht deswegen über das Besser’sche Buch, weil sie die darin verzeichneten vielen Irrthümer billigten und theilten, sondern sie enthielten sich wohl deshalb aller Äusserungen und jedes Urtheils, weil sie die in dem Werke des österreichischen Generalstabes und in anderen Militär-Zeitschriften dargelegten Thatsachen als richtig anerkannten und daran Nichts zu ändern fanden. Zum Schlüsse müssen wir nochmals dem Bedauern Ausdruck geben, dass uns die Veranlassung geboten wurde, über ein Buch Kritik zu üben, dessen Verfasser Mitglied einer Armee ist, für welche bei uns ebenso viel Achtung als Sympathien bestehen. Wenn die Kritik mit diesen Neigungen nicht im Einklänge steht, so ist zu berücksichtigen, dass wir nur einem zwingenden Gebot der Nothwehr folgten, als wir den Federkrieg über Ereignisse wieder aufnahmen, deren objective, leidenschaftlose Beurtheilung einer ferneren Zeit hätte Vorbehalten bleiben sollen. Die Generation, welche die Geschehnisse des Kriegsjahres 1866 miterlebt und mitgekämpft, scheint hiezu weder geeignet noch berufen zu sein, denn die Muse der Geschichte „setzt sich — nach altem Wort — nur auf die Särge der Könige“.