Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Die Schlacht von Königgrätz

38 Die Schlacht von Königgrätz. Hohen von Horenowes gegen die Mitte der beiden Bataillone Belgier, wurde aber nach einigen Schüssen der Brigade-Batterie Nr. 2/II gegen die Höhen, namentlich in das vom 9. Jäger-Bataillon verlassene Ge­hölz zum Rückzug genöthigt und eröffnete nun ein lebhaftes Infan­terie- und Artilleriefeuer gegen die Brigade Henriquez, während auf der Josefstädter Strasse herabziehende Colonnnen einen Yorstoss gegen Trotina führten. Es war schon gegen 3 Uhr Nachmittags; feindliche Massen waren in Chlum und Rosberitz eingebrochen; da gab General-Major von Henriquez seiner Brigade den Befehl zum Rückzuge hinter die Elbe, welcher, namentlich von dem linken Flügel, in grösster Ruhe und Ordnung trotz Nachdringens des Feindes und des heftigen Feuers seiner Infanterie und Artillerie über Lochenitz und Predméritz bewirkt wurde *). Bezeichnend für die Wirkung des Zündnadel-Gewehrfeuers ist folgende Stelle: „Kaum war das Gehölz von Lippa genommen, so erfolgte öster- reichischerseits aus der Gegend zwischen Langenhof und Rosbei’ic her, die Höhe zwischen Chlum und dem Gehölz hinauf, ein vehementer Gegenstoss. Begleitet vom Hagel der Granaten, rückte eine seltsam formirte Angriffscolonne heran; sechs starke Schlachthaufen von Bataillonsstärke, zu zwei und zwei dicht neben, und zu je dreien hintereinander, Schützen nur etwa zehn Schritt vor der Front. Der Generalstabs-Chef des 3. Armee-Corps, Oberst Baron Catty, hatte nämlich um eine Division des Romanenbanater Grenz-Regiments alle erreichbaren und noch zum Stehen zu bringenden Truppen ge­sammelt und führte sie jetzt gegen die Höhe, um den Abzug der Brigaden Kirchsberg und Prochaska, welchen der Erzherzog Ernst, Commandant des 3. Armee-Corps, befohlen hatte, durch eine Offensiv- bewegung zu decken. Die Obersten v. Pape und v. Werder, welche diesem mächtigen und entschlossenen Vorstoss in erster Reihe die Stirne zu bieten hatten, verfügten nur über etwa 5 Garde-Com­pagnien. Das war ein sehr kleines Häuflein, von dem sogar noch ein Theil in Reserve gestellt werden musste, und es galt also, sein Feuer zu sparen.“ „Steht fest und feuert ruhig!“ riefen die Führer den Grenadieren zu. „Keine Sorge, sie sollen uns nur kommen!“ war die mit glänzenden Augen gegebene Antwort. Und so geschah es. Ruhig warteten die Compagnien mit fertig gemachtem Gewehr, bis die Téten des Feindes auf hundert Schritte heran waren; dann krachten ihnen rasch aufeinander folgende Salven entgegen. Dennoch und trotz grosser beständig wachsender Einbusse blieben die Colonnen im Vorrücken. *) Vergleiche im Übrigen: „Österreichs Kämpfe“, 3. Band. 2. Hälfte.

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