Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Moriz Edlen von Angeli: Der Kriegsrath und seine Bedeutung in der Gegenwart

Weise, indem sie eine der Prämissen der Proposition ihrem Votum zu Grunde legten: „In Betrachtung des schwachen Standes unseres Corps und der Ohn- möglichkeit, das Lager hei Freiberg zu souteniren, ist meine Meinung, dass man sich nach Dippoltiswalde retirire. Sulko wsky.“ „Da die Haupt-Absicht auf Deckung Dresdens und des Königreichs Böhmen zu nehmen, welche durch hiesige Position bei dermaliger Schwäche des Corps und anscheinender General-Attaque nicht erreicht werden kann, so bin der Meinung, bei so gestalten Sachen, jene bei Dippoltiswalde zu nehmen. Lamberg.“ „Da die Vorposten völlig zersprengt, und kein positiver Rapport von der Stärke des Feindes, noch wo er wirklich seinen Halt gemacht hat, ein­geloffen ist, — alle Rapporte aber darin übereinstimmen, dass der Feind uns links überflügelt, und doch unser Haupt-Absicht ist, dieses Corps nicht zu risquiren, als bin völlig vom Sentiment meiner Herrn Cameraden, die Moldau und Defiles in Zeiten zu passiren, um die Confusionen bei dieser Passage zu vermeiden. Renard.“ „Comme je suis d’avis, que le poste de Dipoltiswalde nous est néces- saire, je ne crois pas que Ton doive risquer dans notre situation présente, d’avoir une affaire ici ä Freiberg. Voghera.“ „Es wird schwer zu risquiren seyn, sich in den Gegenden von Frei­berg in eine Bataille einzulassen, weil die sämmtlichen leichten Truppen schon viel gelitten haben, und alle von ihren Posten delogirt sind. Dazu ist meines Erachtens der Feind ungleich stärker als wir, daher ich der Meinung bin, je eher, je besser zu marschiren. Goesniz.“ „Nachdem der Feind alle unsere Vorposten zum Weichen genöthigt, und uns auch an Erhaltung der Armee gelegen, so ist meine ohnmassgebliche Meinung, dass man sich nach Dippoltiswalde ziehe, — je eher, je besser. Schallenberg.“ „Die grosse Etendue der Schanzen in Freiberg, die wenigen Truppen, so man hat, diese zu defendiren, Böheim zu bedecken und den Befehl Sr. Exellenz des Commandirenden, dass man es auf die äusserste Extremität nicht sollte kommen lassen, sind Ursache, dass ich mich auch zur Retraite mit unterschreibe, und zwar nach Dippoltiswalde, wodurch Böheim und Dresden kann soutenirt werden. Campitelli.“ „Da das Terrain bei Freiberg, das verschanzte Lager, sehr weitläufig, und durch den Verlust deren Vorposten das Corps sehr geschwächt worden, auch der Befehl von dem commandirenden FM. Grafen von Serbelloni Exellenz ergangen, dass man sich mit dem Feinde nicht einlassen solle, auch die Stärke des Feindes nicht bewusst, als haben wir unsere Meinung nicht anders geben können aus oberwähnten Ursachen, nicht allein mit dem Feind nicht weiter einzulassen, sondern auch auf das Künftige bedacht zu sein, damit nicht allein Sachsen, sondern auch Böhmen bedeckt bleibe *). Mayern, Feldmarschall-Lieutenant. Brinken, General-Major. 104 Der Kriegsrath und seine Bedeutung in der Gegenwart. J) Original im Kriegs-Archiv; Feldacten 1762, Fase. V.

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