Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 10. (Wien, 1821)
00 XXXVíI. Haupcstück. IV. Abschnitt. Formular Nr. iS. Eidesformel für einen SeidenzuchL-Aufseher. Ich N. N. schwöre zu Gott dem Allmächtigen einen Eid, daß ich dem Vorgesetzten Magistrate jederzeit treu und gehorsam seyn, alle von daher erfolgenden Befehle und Dienstvorschriften auf daS genaueste vollziehen, in der Communität die Cstlrur der Maulbeerbäume nach allen Kräften befördern, die dem Aufkommen der Seidenzucht hinderlichen Gegenstände dem Wirthschafts'verwalter sogleich anzeigen, die Inwohner die Haltung der Seidenwürmer und Erzielung der Galetten unentgeldlich lehren, ihre Kinder in der Spmnerey sorgfältig unterrichten, die Galetten nach der vorgeschriebenen Taxe verkaufen und verarbeiten lassen, dem Magistrate die Rechnung über den Geldempfang und über die Ausgabe treu und richtig (e< gen, die Seiden-Reguisiten in gutem Stande sorgfältig erhalten, und überhanpt in meinem Amte mich so verhalten wolle, daß ich es vor <$ett und meinen Vorgesetzten mit Recht antworten könne. So wahr mir Gott helfe! Formular Nr. ,6. Eidesformel für einen Waldaufseher. Ich N. N. schwöre zu Gott dem 'Allmächtigen einen Eid, dem Vorgesetzten Magistrate jederzeit treu und gehorsam zu seyn, alle von daher erfolgenden Befehle, so tute Dienstesund Waldordnungs - Vorschriften, aus das genaueste zu vollziehen, für das Aufkommen der Waldungen die möglichste Sorge zu tragen, die Waldungen ve läßlich zu vtsitiren, den jährlichen Holzschlägen beyzuwohnen, und dleselben nach Vorschrift zu veranlassen , niemanden ohne Vorwissen und Bewilligung Holz zu verabfolgen, noch weniger zu meinem Gebrauche selbst zu verwenden, das Vieh, welches Schaden macht, auffangen zu lassen, die :n Beschädigung der Waldungen betretenden Menschen dem berreffenoen Magistrate ohne Schonung ssgletch anzuzeigen, mich weder durch Geld noch sonstige Schenkungen und Nebenabsichten von der Erfüllung meiner Pflichten abhalten zu lassen, und mich überhaupt jo zu betragen, daß ich es vor Gott und meinen Vorgesetzten mit Recht verantworten könne. So wahr mir (Sott helfe! Formular Nr. 17. Eidesformel fü r einen V i e rte lm e i ste r. Ich N. N. schwöre zu Gott dem Allmächtigen einen Eid, daß ich in dem mir anver-- trauten Amte dem AUerdurchlauchtigsten und Großmächligsten Fürsten und Herrn Herrn 9u N., meinem Allergnädigsten Kaiser, Könige und Landesfürsten, und Allerhochstdeffen Erben, dann den mir Vorgesetzten hohen Stellen, jederzeit treu und gehorsam seyn, allen von daher erfolgenden Befehlen und Verordnungen, so rote auch der erhaltenen Amtsvorschrift getreu nachleben, alle gegen Seine Majestät und die Regierung sowohl mit Worten als Werken geschehenden gefährlichen Handlungen der Ordnung nach sogleich anzergen, daS Beste teS Allerhöchsten Dienstes und das Aufkommen der Gemeinde zum Nutzen der Proventen nach meinem Gutachten befördern; über die anbesohlenen Emcassierungen und Ausgaben der Provenren-und Ktrchengelder getreu und vorschriftmäßige Rechnung führen, und die gemeinnützige Ordnung halten, auch dem Poüzey -Commissär jederzeit die gebührende Achtungleisten, und mit Rath und That aufrichtig an dte Hand gehen, alle Dienstangelegenheiten in Verschwiegenheit halten, mich jedes Eigennutzes und aller Schenkungen, sie mögen bestehen, in was sie wollen, enthalten, und in meinem Amte so handeln wolle, daß ich es vor Gott, dem Monarchen und den Vorgesetzten Stellen mit Recht zu verantworten im Stande bin.. So wahr nur Gott helfe!