Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)
Von der TransportirunZ der Kranken. 8: Da an dem ersten Tage wegen der nochmahligen commissanatischen und ärztlichen Re- vidirung der Marsch etwas später angetreten wird, so ist die Einleitung zu treffen, daß die Kranken noch eine Frühsuppe bekommen; einen Tag vorher ist immer ein Unter-Officier voraus zu schicken, welcher in der nächsten Marsch - Station nicht nur die Quartiere macht, sondern auch Sorge trägt, daß für die Einquartierten bey ihren Wirthsleuten Suppe, Zugemüse und Fleisch gekocht werde. Die auf dem Marsche neuerdings Erkrankenden sind, wenn die Krankheit zunimmt, in das nächste Spital abzuschicken, wäre aber die Entfernung desselben so weit, daß der Kranke ohne Gefahr der Verschlimmerung nicht auf dem Wagen geführt werden konnte, so ist derselbe der Ortsobrigkeit und dem dortigen Arzte zur Besorgung zu überlassen; es muß daher bey jeder Einrückung in die Station sowohl der Officier, als der Arzt , die Mannschaft genau durchgehen, während der Eßzeit besuchen, und Nachsehens ob und was die Mannschaft ißt. §. 8072. Die Transportirung in andere Spitäler ist stets mit vielen Ungemächlichkeiten verbunden, sie darf daher nur in den dringendsten Fällen unternommen werden. Diese Fälle sind: Die $ Unterbringung der Bleffirten vom Schlachtfelde, die Überhäufung der Kranken in irgend ■ einem Spitale, oder wenn aus sonstigen Ursachen von dem Armee-General-Eommando die Transportirung der Kranken in rückwärtige Spitäler eigens angeordnet wird. Vom Schlachtfelde werden die Bleffirten an die den Regimentern angewiesenen Sammelplätze gebracht, von wo sie nach dem Verbände in die hinter der Armee angelegten Aüf- nahmsspitaler transportirt werden. Aus diesen geschehen die Transporte in die in der zweyten Reihe aufgestellten Spitäler, und von da in die tiefer im Lande liegenden Hauptspitäler. §. 8078. Für jene Leute, die nicht selbst vom Schlachtfelde auf die Sammelplätze, welche nicht weit hinter dem Treffen in einer sicheren Entfernung sind, gehen, sondern nur durch Tragen dahin gebracht werden können, sind eigene Leute von den Sanitäts-Compagnien hinter dem Treffen mit leichten Tragen aufzustellen, damit die Zahl der Wehrhaften nicht durch die, die Bleffirten Begleitenden abnimmt; zu ihrer weiteren Forrbringung von den Sammelplätzen aber müssen Wägen vorhanden seyn, und es ist denselben die möglichste Bequemlichkeit bey der TranSportirung zu verschaffen; denn Leute mit zerschmetterten Beinen, schweren Kopfwunden, abgenommenen Gliedern und mit gefährlichen Verblutungen leiden zu viel von einer Transportirung, die nicht mit der möglichsten Schonung unternommen wird. Damit aber ein jeder Transport mit Ordnung geschehe, so muß bey Schlachten schon vorhinein eine gewisse Zahl Officiere und Unter-Officiere vom Sanitäts-Corps, dann Wärter, nebst der dazu nothwendigen Bedeckung, auf den Sammelplätzen den daselbst comman- dirten Feldarzten beygegeben werden; diese haben den Transport in das Aufnahmsspital zu reguliren, um von Zeit zu Zeit, wenn sich So bis 100 gesammelt haben, und von denAerz- ten verbunden sind, mit ihnen abzugehen. Die erste ordentliche Aufnahme oder Revision hat in dem Aufnahmsspitale bey der Anlangung eines jeden Transportes vor sich zu gehen. Das Aufnahmsspital, welches stets activ seyn muß, veranstaltet nachher für sich die weitere Transportirung in das rückwärts gelegene Unterlagsspital, welches davon mit dem Hauptspi- tale in beständiger Kenntniß seyn muß, damit kein Stocken beym Transportiren und keine Ueberhäüfung und Ueberlegung in einem Spitale entstehe. §. 8074. Die Benennung der Kranken, die zum Transportiren geeignet sind, muß bloß allein dem dirigirenden Arzte überlassen seyn, zu deren Uebersührung durch das General-Kriegsund Landes-Commissariat so viele Wägen, als nörhig sind, mit Stroh versehen, bestellt, aber auch ärarische Fuhren dazu verwendet werden. Sobald ein Kranken - Transport abzugehen bestimmt ist, muß im voraus durch eine Estaffete das Aufnahmssprtal davon 1 • . ' \ íranőportirung in anSrre elöfpitaier. FtMfflaö. 2f»r. 8.5. T» 1740. Jranéportirung»»»n®íi)íflc^f-í elöe in fcie @pit«lcr. 174». X . , ■' * / , . Sorforge f>tt) affen SranS* porfen. am 16. Jipe. 8.5. l 174«