Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)

t 35o Was mit den practischen An­sichten bey den begleiteten theoretischen Vorlesungen über das Exercieren des Pferdes noch ferner zu erlernen ist. Hkth.arn »b.Iun. 8e8, D ,351« Stunden-intöeilung. Hkth.arn 16.3un. 808. D ,861. Er muß dasjenige selbst können, was er Andere lehren soll; er muß daher nicht die oberflächliche Wirkung des Fordernden, sondern selbst die Grundursache, warum es so, und nicht anders seyn Emm, wissen. Theoretische Kenntnisse sich eigen machen wird wesentlicherfordert, weil sonst bey nachdenkenden Schülern die Seichtigkeit seiner Grundsätze auffällt, und hierdurch das Zutrauen des Schülers gegen den Lehrer verloren geht. Er muß die Fähigkeit besitzen, sich nach Erforderniß eines Begriffes mit unveränder­licher Geduld auf die faßlichste Art und in einer dem Zwecke erleichternden Ordnung mitzu- theilen, weil sonst seine Lehre nicht allgemein ausgiebig wird. Er muß sich eine gewisse Anständigkeit eigen machen, welche das jedem Lehrer, und vorzüglich dem Militär-Stande erforderliche Ansehen nie vergibt, dabey aber mit liebe­voller Freundlichkeit den Schüler im Unterrichte an sich zieht, weil bey Uebergehung des er- steren die Ptchtung des Schülers verloren geht, mit letzteren aber Empfänglichkeit und Wille für das Lernende bey dem Schüler erzielet wird. Vortrag und Ausstellung müssen kurz und bündig seyn, ohne deßhalb in Raschheit, oder wohl gar in witzelnden Spott auszuarten, weil die Weicläufigkelt meistens Wiederhoh- lnng in sich faßt, und den Schüler zur Langmuth führet; Grobheit und Spott hingegen, Unwillen, Gleichgültigkeit, Verachtung, ja selbst Empörung hervor bringt. Men schen und Pferde müssen mit Rücksicht des Körperbaues, ihrer Kräfte, ihres Al- ters, ihrer Fähigkeiten und Erziehung, so wie letztere noch mit Rückblick der Landesart, un­terschieden behandelt werden. Vorsicht, mit einer auf Vernunft gegründeten Entschlossenheit verbunden, bleiben gleichfalls unentbehrliche Eigenschaften, weil ohne der ersteren beym Schüler und dem Pferde nie der Erfolg im voraus berechnet werden kann, und ohne die letztere dem Schüler und bent Pferde Beweise des eigenen nrcht selbstständigen Wissens fühlen gelassen wird. Unterricht und Hebungen müssen bey einem Anfänger kurz seyn, um ihn nicht zu ermü­den , weil hierdurch Gleichgültigkeit und Unachtsamkeit entstehen. Jeder noch so gering scheinende Fehler ist gleich zu rügen, weil dieselben sonst ange­nommen und hierdurch noch größere herbey geführt werden. Vielfältig ertheilte Belehrungen und Ausstellungen, welche ermüden, zu wiederhohlen, dürfen nie ei »treten, well sonst Fehler auf die nicht hinlänglich angewandte Muhe des Ab­richters zurück fallen. Wenn Fehler bey einem Plnfänger wahrgenommen werden, so ist es gut, diesen halten zu lassen, oder ihm den Fehler zeigend abzustellen, well er so seines Jrrthumes am sichersten überzeugt wird. Mißhandlungen bey Anreitung der Remonten müssen nie gestattet werden, weil diese Widerspänftlgkelt und Stützigkeit nach sich führen, Strafen an solchen können nur dann eintreten, wenn die Nothwendigkeit dieselben herbey führt. §. 9294. Bey den mit practischen Ansichten begleiteten theoretischen Vor­lesungen über das Exercieren des Pferdes muß sich auch zugleich die Dar­stellung richtiger Grund satze des Hufbeschlag es gegenwärtig gehalten werden. h. 9295. Die Stundeneintheilung zur Bildung wird, wie folget, bemessen: XXXV. Hauptstück. IV. Abschnitt!

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