Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)
348 Woher das erforderliche Schießpulver bey Dressirung der Pferde abjufaffen, und wie es ju verwenden ist. Hkth. am iS. Oct. 808. D »348 UNd z455, m) EintheilungderReprisen ■, Hkth.am i6.3un. 808. D i85i. wie die nähere Ausarbeitung der Pferde an der Truppe vor- junehmen ist. Hkth.am i6- Jun. 808, D ,85,» Cap - Zaum - Zügels in beyden Händen zuerst wenige Touren an derCorda, um dem Pferde die Bearbeitung mit dem Mundstücke zu erleichtern, dann frey ausgeritten, um dem Pferde die Wirkung der Stangenschneller begreiflich zu machen. Der Zweck ist, daß das zum Gebrauche des Reiters bestimmte Pferd zu dessen Wil lenserkenntniß durch die Führung der Zügel tn einer Hand gebracht, und hierbey auch kürzer pariren lerne. Dieses sonst beym Erercieren eintretende kurze Zusammenreißen des Pferdes zum Pariren wird hierbey nicht verstanden, sondern daß dasselbe durch eine vermehrte Anhaltung der Zügel versainmelt, und zu der kurzen Parade vorbereitet werde. Bey dieser Lektion führt der Abrichter die Trense mit der rechten Hand. Nachdem aber diese Remonten die Bestimmung für Majore der Infanterie, der Artillerie und der Jäger erhalten, so ist auch nöchig, solche schleuniger zu ihrem Zwecke vorzubereiten. In dieser Hinsicht muß das Pferd nach und nach an das Flattern der Fahne, an den Schall der Trommel, uud sodann erst an das Geräusch der Waffen und den Knall deS Schusses gewöhnet weiden. Das Flattern der Fahne wird dergestalt gelehret, daß ein Mann zu Fuß in einer weiteren Entfernung von dem Pferde mitten durch die Schule, und längs derselben auf und ab- gehe, und mit der Fahne, mittelst des ausgestreckten Armes, flattere, während der Reiter an der Wand reitet. Die mehrmahlige Wicderhohlung dieser Uebung gestattet sodann, daß dieser Mann mit Flatterung seiner Fahne sich dem Reiter nähern könne. Ein gleiches Benehmen tritt auch bey dem Trommelschlage ein, wo nach völliger Annahme des schon gewöhnren Trommelgeräusches dem Pferde Hafer auf der Trommel dargereicht wird. Das Geräusch der Waffen geschieht auf die nahmliche Art, durch die öftere Vorzeigung deS Gewehres, dann durch den Knall des' Schusses, bey welchem folgende Beobachtung eintritt, daß zuerst das Zündkraut von der Pistole in weiter Entfernung dann abgebrannt wird, wenn der die Pistole Abfeuernde wahrnimmt, daß das stille stehende Pferd ruhig, gelassen und gerade vor sich sehe, worauf der Abfeuernde dergestalt rücktrerend weicht, daß er immer seine Bewegung mindere, der Reiter hingegen gleich nach dem Abbrennen im Schritte vorwärts in gleichem Tempo auf ihn los reite, bis sie zusammen kommen, und der Reiter und der die Pistole Abfeuernde stille stehen, und beyde dem Pferde schmeicheln. tz. 928b. Das hierzu erforderliche Schießpulver ist nach Erforderniß auf kriegscommis- sariätischen Entwurf und Quittung des Commandanten aus dem Wiener Artillerie - Zeughause abzufassen, welches der Commandant aber mit der Vorsicht vorzugeben hat, daß es einzig nur zu dem obigen Zwecke verwendet werde. h. 9287. 12. ß ec tton. Eintheilung der Reprisen. Der Zweck dieser Lectivn ist, das in den eilf Lectionen dem Pferde Gelernte nun in drey besonderen Abteilungen zu üben, und auf diese Arr das Pferd zum Gebrauche des Reiters willig dergestalt auszubilden, um die Uebung mit demselben sodann im Freyen vornehmen zu können. §. 9286. Die nähere Ausarbeitung an der Truppe selbst wird bey Ausrückung der Infanterie unter folgenden Modalitäten Statt finden, und zwar: im Einverständnisse mit dem Commandanten, um nicht bey unvorgesehener Bewegung der Truppe aus dem Wege schnell wegzukommen, wobey das Pferd mit Raschheit angegriffen von der Truppe nach dem Commando entfernt werden muß. XXXV. Hanptstück. IV. Abschn-itt.