Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 6. (Wien, 1821)

eingeschnitten sind, so nennt man es einen Stutzen; und wenn zwey Laufe übereinander liegen, wovon der obere gezogen, der untere aber g l a t t ist, einen Doppelstutzen. Der vorderste Kreis des Laufes heißt die Mündung, ihr Durchschnitt Caliber. §. 57i8. Oberhalb der Mündung befindet sich die Mücke, Fliege, oder das Korn, wel­ches zum Zielen, das ist: zum Absehen der geraden oder so genannten Visier-Linie dienet, die vor dem Auge des Zielers über dasselbe zu dem Objecte, welches man treffen will, ge­nommen wird. Der Lauf hat unter der Mündung an der unteren Seite eine kleine starke- Feder mit einem Haken, um das aufgepflanzte Bayonnett fest zu halten. §. 5719. Der Schaft ist der Lange nach ausgeschnitten, damit der Lauf fest in denselben passe, und wird mit dem letzteren durch den v 0 r d e r e n, mittleren und unteren Ring ver­bunden, und in seiner festen Lage erhalten. Nebst diesem aber befestiget eine eiserne Schraube, die durch den hinteren Theil der Schmanzschraube, durch das Schaftholz und das Züngelblart gehet, den Lauf noch hauptsächlich in den Schaft, daß er auf keine Weise durch die Gewalt des Schusses bewegt werden kann. §. 5720. Der Schaft dienet theils dazu, um das Rohr bey dem Gebrauche selbst, wenn es er­hitzet wird, mit Sicherheit halten zu können, theils um es beym Zielen und Losschießen an den Backen anzulegen, und an die Achsel anzusetzen. Jener Theil des Schaftes, welcher diese letztere Bequemlichkeit leistet, heißt der Kolben; da, wo er dünner wird, und das Rohr mittelst der Schwanzschraube befestiget ist, der Anschlag. h. 6721. Der vordere Theil des Schaftes ist an der unteren Seite bis an den unteren Ring mit einer vertieften Ruth ausgehöhlet; von diesem Ringe an aber ist der Lange nach ein Loch zur Versorgung des Ladstockes durch die Holzdicke des Schaftes gebohret. Der vordere Ring, auf welchem sich das Visier-Korn befindet, und der durch eine kleine, int Schaftholze selbst eingelassene Feder an seiner Stelle fest erhalten wird, ist an der unteren Seite mit einer trichterförmigen Hülse versehen, durch welche der Ladstock einge- stecket und versorget wird. Inwendig in dieser Hülse ist eine kleine Feder angebracht, welche das Herausfallen des Ladstockes hindert. An dem mittleren Ringe und an dem Griff- Lügel sind beyde G e wehrr i e m e n büg e l angebracht. Dieser Ring wird durch einen am Schafte befindlichen Vorstand des Holzes abwärts zu weichen verhindert; der untere Ring aber wird durch eine im Holze eingelassene Feder an seiner Stelle fest gehalten. In dem Schafte wird unter dem Schlosse das Zü ng e lch e n oder der Ab drücke r mit seinem Blätt­chen eingelassen, und mit einem darüber gehenden Gnffbügel gegen das'äußere Anstoßen verwahret. Endlich ist der Kolben unten mit einer starken Kappe von Messing oder dem Kolbenschuhe gegen das Zerstoßen auf der Erde, und mit der Holz- oder Kolben­schuh-Schraube versehen. h. 6722. Der Lauf an dem Carabiner wird mittelst eiserner Ringe mit dem Schafte ver­bunden, an welchem die Carabiner-Stange mit dem Ringe, wodurch das Gewehr in den Haken gebracht wird, befestiget ist, dann der Bügel und das B ü g e l b l a t t, welche um ter dem Schlosse denSchneller einfassen. Das dem Schlosse gegen über mit zwey Schrau­ben befestigte Seiten blech, und endlich das zum Schutze des Schlosses an dem Carabmer be­findliche Kolbenblech werden mit dem Holzsch rauben, so wie dre Kappe n mit ihren Stiften an den Pistolen, befestiget. Von den Feuergeweh ren und der Munition. 137 Die Mücke »der Fliege- Hkth. tun 1. Sep. 6-7. Wie der Schaft beschaffe« seyn soll, und wie er mit dem Lause zu verbinden ist- Htth. am >. Sep. 807. Wozu der Schaft dienet, mid wie derselbe zu benenne» ist. Hkth. am 1. Sep. 807. Wieder Ladstock an dem Ge­wehre versorgt wird- Hkth. am 1. Sep. 8»j. Wie der Lauf an dem Kara­biner mit dem Schafte vnbun- den wird. Hk:h. am 1. Sep. 807. Band VI. 35

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