Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 4. (Wien, 1820)

Von der Ad j u sti run g. Die Quatter selbst sind so verlängert, daß sie die halbe Schaufel und den Rist des Fußes und zugleich die Naht der Lasche am Vorfuße einen starken Zoll breit bedecken. Sie sind auch nicht mehr vorn von der Sohle aufwärts, wie bisher, ausgeschnitten, sondern werden schief aufwärts gegen die Schaufel des Fußes auf die am Vorfuße befindlichen Zei­chen , wie oben bemerkt wurde, mit doppelter sichtbarer Naht aufgesteppet. Die Vordertheile oder Flügel beym Zusammenschnieren und bis unter besagte Aufnä- hung an die Vorfüße werden mit Flügelfutter verstärkt. Rückwärts sind diese Quatter, wie bisher ausgeschnitten; wenn es aber ohne Nachtheil des Leders im Zuschnitte geschehen, kann, daß man einige solche Quatter aus dem Ganzen ohne Rücknaht in gleicher Starke aus der Haut heraus bringt, so können diese auch anstatt aus 4 nur in 2 Theilen bestehen­den Quatter zu t Paar Schuhen ohne Rücksicht erzeugt werden. Ferner sind solche auswendig mit einem mehr erhöhten Afterleder, zwischen welches ein schwarzes Unterlagleder zur Verstärkung eingekleistert wird, versehen, Diese Afterleder reichen ebenfalls, wie bey den deutschen Schuhen, bis an das Ende der Absätze, wo sie von " denselben in gerader Stute aufwärts mit einer sichtbaren Naht aufgesteppet werden. Da durch die Verkürzung der Vorfüße der Mann ohnehin leichter einschliefen kann, so ist es auch nicht nöthig, daß das Leder durch zu viele Alzen so sehr ausgetrieben werde, daß die Flügel der Quatter nicht zusammen reichen können. Um dieses zu verhindern, müssen an diesen Schuhen, wenn sie aufgezweckt und die leicht erforderlichen Alzen über den Leisten geschlagen sind (ehe noch der Zwtckel oder Keil hinein geschlagen wird), die beyden Flügel mit doppeltem Hefte über befi Rist fest zusammen geheftet werden; und sollten dieselben nicht zusammen reichen, so dürfen sie nur etwas angefeuchtet seyn, wo sich dann das schwächer und zügiger ausfallende Leder der Quatter bey Hineintretbung des Keiles nach dem Vorfuße richten wird, und sich die Flügel mittelst des Heftens zusammen reichen werden. In allem Uebrigen sind diese Schuhe wie die deutschen zu bearbeiten, und müssen nach vorn beschrie­benen Patronen - Maßen genau geschnitren werden. §. 4674. Eist Paar Dvppelsohlen fammt Absatzflecken zu Schuhen, Stiefeln und CsiSmen. 11 Lory Pfundsohlenleder, und zwar zu Doppelsohlen 8 Loch. zu Absatzflecken 3 Loth. Maße derselben. Jede Doppelsohle mißt in der Länge 6*4 Zoll » » » Ballenbreite 4% » » » » Absatzbreite 334 » durch alle Gattun­Ieder Absatzfleck mißt in der Länge 3*4 » I gen gleich, v » » Breite 334 » J Indem die Doppelung oder angestückelte Besohlung der Schuhe nur in so weit hin­reichend seyn darf, daß mit dessen Abnutzung auch zugleich das Oberleder unbrauchbar wird, und der Mann die bestimmte Dauerzeit ausreicht, so ist es nicht nothwendig, daß die Dop­pelsohlen und die Absatzflecken von so starker Qualität seyn müssen, wie die Sohlen zu neuen Schuhen und Stiefeln, sondern sie werden aus geringeren und mehr ausgedehnten Psund- sohlenhäuten erzeugt, oder in Ermangelung derselben aus den schwächeren Theilen der star­ken Häute (nach vorn bestimmtem Gewichte) heraus geschnitten, und den Regimentern und Corps gegen commissariattschen Entwurf und Quittung verabreicht. Doppelsohlcn fammt Absah- flecken. Hkth. am 16. Sep. 811.

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