Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 3. (Wien, 1820)
Von den Back-Requisiten. 535 \ Sie werden nach einem halben Ziegel, im Falle kein Flugdach darüber käme, auf 2 Zoll Höhe, von dem niederen Theile jeder Oeffnung gerechnet, aufgemauert, und in-und auswendig verputzt; sollte aber ein Flugdach über den Ofen kommen, so müßten diese Camine i' über den First des Flugdaches aufgeführt werden. Wenn der Ofen geschloffen und die Camine aufgeführt sind, so werden die Absätze des Kranzes mit Ziegelstücken und Lehmmalter ausgefüllt, und gegen die Strebepfeiler talonförmig ausgeglichen, auch das ganze Ofengewölbe nochmahls dick mit Lehm malter von außen gut überzogen. §. 4226. Um diese Oefen vor dem Eindringen der feuchten und nassen Witterung, durch welche, weil die Wölbungen nur 6 Zoll dick sind, am ehesten ein Einsturz geschehen kann, zu sichern, wäre es sehr gut, wo es möglich ist, Flugdächer darüber zu errichten, bann bte Oefen auszubrennen , unb hiernach gut untersuchen zu lassen, ob dadurch die Wölbungen keine Risse oder Sprünge bekommen haben, welche sogleich sorgfältig ausgezwickt unb verputzt werden müßten, endlich nach errichtetem Flugbache erst dieselben 6 Zoll hoch mit Erde anzuschütten, damit bie Oefen ihre Warme länger halten könnten. Sollte aber aus besonderen Hindernissen oder Ursachen kein Flugbach darüber errichtet werden können, so dürfte es besser seyn, diese Oefen gar nicht mit Erde zu überdecken, außer es wäre ein guter Lehm ober anderer fetter Boden vorhanden, womit diese Ueberdeckung gesche- henkönnte; denn eine lockere oder sandige Erde würde bey schlechter Wüterung die Last oberhalb ber Wölbungen nur zu sehr erschweren, unb ihre lange enthaltende Nasse denselben mehr schädlich als nützlich werden. Nach geschehener Ausbrennung aber ist bie nahm!»che Vorsicht, wie erst gesagt worden, zu beobachten. §. 4227. Wie bie Stirnmauer auf ihre Höhe gebracht und gehörig ausgeglichen ist, wird bte Schießergrube mit 4^ Breite aus dem Mittel 6'/^ Lange und 3y Tiefe ausgegraben, bie Erde davon muß gleich rechts unb links ausgeworfen werden, um mit derselben bie Grundlage sammt Pfeilern bis über den Kranz, so wie nach einigen Stunden der Feuerung dasganze übrige Ofengewölbe zu überschütten. Tie Verkleidung der Brustmauer ber Schießergrube geschieht nach einem halben Ziegel bleyrecht von der Stirnmauer herab, so daß diese Brustmauer neben ber Stirnmauer kommt, damit letztere nicht untergraben werden darf; dadurch entsteht ein sechszölliger Vorsprung, welcher ben Schießern zur Auflage der Schaufeln beym Mundloche, und des Leuchtholzes beym Lichthäüschen dienet. Die Kesseleinmauerung zu zwey Oefen hat nichts Besonderes, unb geschieht, wie es bisher gewöhnlich war. Das Zusammenwerfen ber Schienen noch Vollendung des Backofens geschieht durch eine lange Stange, mit welcher bie erste Lage Ziegeln, worauf bie Scheibe ruht, umzustürzen gesucht wird; wie die Scheibe fallt, lassen alle Schienen nach, und werden sammt den Ziegeln u. s. w. am geschwindesten heraus gebracht, wenn ein ober zwey Mann in ben Ofen hinein kriechen, bie bann auch ben Ofenherd zu reinigen haben. XXXV. Abschnitt. B ö u de» B a ck - R e q n i s i t e n. §. 4228. An Back - Requisiten sind zu einem großen Ofen nöthig: 1 kupferner Wasserkessel, von 2 Eimern oder 60 niederösterreichischen Maß, welcher zwey Oefen mit warmem Wasser versorget. 1 Mischmolter in der Lichte i» Schuh lang, unb i3/4 Schuh tief, oben 23V Schuh, unb unten am Boden 1 Schuh 10 Zoll breit» / Flugdächsr. Hkth. am ü. MayS-4. Azhrji. Schießergrube. Hkth. am 5. May 8 <4. A 2691. Was an Back - Requisiten zu einem großen Oft« nölhig ist. Hkth am b. März^Lr. a 268.