Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 2. (Wien, 1820)

VI. Hauptstuck. XI. Abschnitt. Beob achtung bey der S-ee- twn selbst, in Vergiftungs­fällen. Htlt). SM rä. Feb. 8 >8, 6 209, Vey Vergiftungen fordern der Magen und die Gedärme die allergenaueste Untersu­chung. Hkth. am rä. Jet. 81S. c 209. Worauf bey der Untersu­chung des Magens und der Gedärme zu sehen »st. Hth. am 25. Feh. 8>8.6 209. gen Leibesverstopfrmgen, asthmatischen Beschwerden u. d. gl. auf eine langsame Vergiftung durch wiederhohlt kleine Gaben von Bley zu schließen berechtigt ist, hat man nach der äußeren Besichtigung bey der Sektion besonders darauf zu achten: ob sich nicht ein leichter entzündli­cher Zustand, morsche oder gar brandige Stellen im Magen und in den Gedärmen finden; ob überhaupt die Blutgefäße dieser Eingeweide in einem Zustande von Ueberfüllung sind, ob Zu­sammenschnürungen einzelner Stellen des Darm-Canals angetroffen werden; in welchem Zustande die Bauchspeicheldrüse (pancrcas), das Gekröse (mesenterium), die Speisesaft­gefäße (vasa chylifera), und die von ihnen gebildeten Gekrösdrüsen (glandulae mescn- tericae) gefunden werden; ob sie nicht entzündet, eiternd, angeschwollen, verhärtet sind; von welcher Beschaffenheit man die übrigen Eingeweide, besonders die Leber, die Milz und Lungen, antrifft. §. 2062. Bey der Section selbst hat man in allen Vergiftungsfällen ganz vorzüglich auf den entzündlichen oder brandigen Zustand der Luftröhre, des Luftröhrenkopfes, des Schlundes, des Magens und des ganzen Darm-Canals zu sehen, den Ort und Grad der Entzündung und des Brandes in diesen Theilen genau zu bemerken und zu beschreiben. 'Auch die übrigen von den ersten Wegen entfernt gelagerten Eingeweide, als die Lunge, das Herz, die Leber, Milz, Nieren u. s. w., welche ebenfalls bey Vergiftungsfällen nicht selten entzündet, bran­dige oder schon sehr in Fäulnis; übergangene Stellen oder andere krankhafte Erscheinungen zeigen, sind in der Hinsicht nicht weniger auf das genaueste zu untersuchen; bey dem Herzen ist noch ins Besondere die Menge und Beschaffenheit des Blutes m demselben und seinen gró­fén Gefäßen in Hinsicht auf Farbe, Flüssigkeit und Gerinnung desselben zu beschreiben; auch die Hirnhäute und das Hirn, indem sich hier oft Anhäufungen von Blut in den Blutgefäßen derselben, oft auch wirkliche Zerreißungen und Ergießungen von Blut und Blutwaffer äußern, müssen jedes Mahl einer genauen Untersuchung unterzogen, und das Vorgefundene muß in dem Fundscheine ausdrücklich aufgezeichuet und beschrieben werden. §. 2o53. Der Magen und die Gedärme fordern noch über dies; die besondere genaueste Unter­suchung. Zu diesem Ende wird zuerst der Magen, sowohl an seiner oberen Mündung (Ma­genschlund), als auch an seiner unteren (dem Pförtner, pylorus), doppelt unterbun­den, und an beyden Stellen zwischen den einzelnen Unterbindungen entzwey geschnitten, das große und kleine Netz von ihm abgelöset, heraus genommen, in ein Gefäß gelegt, dann von außen an seinem ganzen Umfange, und nachdem er ferner zuvor an seiner vorderen oder oberen Wand ausgeschnitten worden, auch in seiner inneren Fläche genau untersucht. Eben so wird der Darm-Canal am Mastdarme unterbunden, abgeschnitten und von dem Gekröse ab­gelöset, in einem Gefäße ganz der Länge nach ausgeschnitten, und sowohl von außen als von innen auf das genaueste untersucht. tz. 2054. Bey der Untersuchung des Magens und der Gedärme hat man vorzüglich auf den ent­zündlichen und brandigen Zustand, auf die Ausdehnung derselben, und ob ihre Gefäße mit Blut überfüllt sind, zu achten; den Ort und den Grad der Entzündung und des Brandes an diesen Theilen, die Abschälungen der inneren Haut des Magens, die man in den Flüssig­keiten, die er enthält, zuweilen schwimmend findet, die Zusammenschnürungen, Anfressun­gen, Durchlöcherungen, Verdichtungen oder Einschrumpfungen der Häute, und die lockere, wenig zusammen hängende Consistenz der einzelnen Stellen im Magen, besonders an den Mün­dungen desselben, und in den Gedärmen genau zu bestimmen und anzumerken. Findet sich im Ma­gen und in dem Darm - Canale in der darin enthaltenen wässerigen oder blutigen Feuchtig­keit irgend eine mineralische Substanz, entweder zerstreut, in Pulverform, oder in Klümp­chen beysammen, oder findet sich auch die Spur eines solchen Pulvers Nicht, und wird nur durch die vorher gegangenen Zufälle und die ana tomisch - pathologischen Erscheinungen an

Next

/
Oldalképek
Tartalom