Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 2. (Wien, 1820)
zens aus seinen Verbindungen muß immer, der häufigen und mehr oder weniger mit Blut angefüllten Gefäße wegen, -mit Vorsicht und nach gehöriger doppelter Unterbindung derselben geschehen. Daß auch die übrigen wichtigen Blutgefäße in der Brusthöhle genau untersucht werden müssen, unterliegt um so weniger einem Zweifel, als überhaupt jedes Mahl, so oft ein Ertravasät von Blut in irgend einer Höhle des Körpers gefunden wird, auch die Quelle desselben ausgesucht und ausfindig gemacht werden muß. §. 2026. Nebstdem muß in der Brusthöhle noch untersucht werden, ob etwa der Speisesaft-Ca- rral (duetus thoracicus) verletzt ist und wie. Ob sich keine Ergießung des Speisesaftes durch die Wunde in der Brusthöhle, an welcher Stelle derselben und in welcher Quantität bemerken läßt. Ob das Zwerchfell verwundet, entzündet, eiternd oder brandig gefunden wird, wie und an welcher Stelle desselben. Ob nicht irgend ein Eingeweide des Unterleibes ganz oder zum Therl durch die Wunde des Zwerchfelles durchgedrungen, in die Brusthöhle hinein raget, und dasselbe vielleicht zwischen den Wundrändern eingeklemmt ist. Ob die Zwerchfellsund die übrigen wichtigen Nerven in der Brusthöhle nicht verletzt sind, oder sonst auf irgend eine Art gelitten haben. Ob die Speiseröhre, so weit sie in der Brusthöhle läuft, an der Verletzung Theil genommen hat. Endlich, ob an keinem Theile der Brusthöhle und ihrer Eingeweide irgend eine krankhafte oder von dem gewöhnlichen Baue und sonstigen Zustande abweichende Beschaffenheit gefunden wird. §. 2027.1 Bey der äußeren Besichtigung des Unterleibes muß vor Allem die'Abweichung der Bauchdecken von der gewöhnlichen Farbe und glatten Beschaffenheit ihrer Oberfläche untersucht und angemerkt werden; denn es tritt hier oft der Fall ein, daß eine dem Anscheine nach unbedeutende äußere Verletzung eine wichtige innere Erschütterung, Quetschung, Zerberstung oder Zerreißung der Baucheingeweide verbirgt. Es müssen daher, nebst den eigentlichen Wunden und anderen auffallenden Merkmahlen wichtiger Verletzungen und ungewöhnlicher krankhafter Beschaffenheiten, alle ungewöhnlichen Erhöhungen und Anschwellungen genau bestimmt und untersucht werden; ob sie umgränzt sind oder nicht; ob sie hart, weich, schwappend oder elastisch, wie von Luft ausgespannt, an welcher Stelle sie gefunden werden, und in welchen Verhältnissen sie mit dem am Leichname schon vorhandenen Grade der Fäulnis; stehen. Ferner müssen alle rochen, braunen, blauen und gelbgrünen Flecken an den allgemeinen Bedeckungen des Bauches genau untersucht werden, wie groß und an welcher Stelle sie sind; ob sie mit einer Geschwulst verknüpft sind oder nichr. Wie tief sich dergleichen Veränderungen nach innen erstrecken, und ob sich beym Einschneiden in dieselben Blutergießungen (suffusio- nes) entdecken lassen. Ob keine Wunden, von welcher Art, eindrmgend oder nicht eindringend , an welcher Stelle und mit welchen Umständen von Entzündung, Eiterung, Brand, oder mit einem Vorfälle von verletzten oder unverletzten Baucheingeweiden begleitet sich zeigen. Wenn Brüche (herniae) und Vorfälle (prolapsus) sich am Unterleibe befinden, so müssen diese in Hinsicht auf ihren Sitz, ihre Größe und Beschaffenheit genau beschrieben werden. Ob an den männlichen Geschlechtstheilen und in der Nähe derselben keine krankhafte Beschaffenheit oder keine Spuren von Quetschungen und anderen Verletzungen zu finden find. h. 2028. Am weiblichen Leichname müssen besonders, wenn es sich um die Beantwortung der Fragen über Iungferschaft, Schwangerschaft und vorher gegangene Geburt handelt, die äußeren Geschlechrstheile und die Gegend des Unterbauches noch vorzüglich untersucht werden: Ob der Unterleib gespannt, ausgedehnt ist, und an welcher Gegend. Ob die bemerkte Geschwulst schwappend, wie von Luft ausgedehnt, oder wie em fester Körper anzufühlen ist. Ob der Unterleib überhaupt eine den Umständen angemessene Wölbung hat. Ob die Haut desselben welk, faltig, mit narbenähnlichen Runzeln versehen ist. Ob die äußeren Scham- Dand u. Ő7 Von dem ärztlichen Personale. Von der Untersuchung de» Speisesaft-Canals. Hkth.am 20. Feb.ö>8.6209. Be sondere Untersuchung des Unterleibes. Hkth.am »5. Feb.818.6 209. Don der Untersuchung der weiblichen GcschlechtStheik'e-. Hkth. am 2.. Feb. 8i3. G 209.