Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 2. (Wien, 1820)
Von bem ärztlichen Personale, 21 9 die Gefäße der weichen Hirnhaut durch die Spinnenwebenhaut nun deutlich durchschimmern, so kann auch ihr geringeres oder stärkeres Strotzen von Blut, ein vorhandenes Extravasat zwischen denselben bestimmt, untersucht und angegeben werden. Sind was immer für Verletzungen am Kopfe, die bis in das Hirn eindringen, zugegen, so muß endlich auch die weiche Hirnhaut mit der Pinzette abgenommen werden, um so die ganze obere gewölbte Flache der Hirn-Substanz genau untersuchen und besehen zu können. §. 2007. Um das Hirn selbst genau untersuchen zu können, werden die Gefäße, welche sich seitwärts aus dem Hirne in den Sichelfortsatz endigen, getrennt; diese letzteren von dem Hahnenkamme des Siebbeines mit der Schere abgelöset, und auS den zwey Halbkugeln des Hirnes nach rückwärts gelegt. Mit den Fingern der linken Hand entfernt man dann die beyden Halbkugeln etwas von einander, und trennt mit dem Messer das feine Zellengewebe, welches die inneren Flachen derselben da, wo der Sichelfortsatz aufgehört hat, mit einander verbindet, so, daß der quere Markbalken in seinem ganzen Verlaufe zum Vorscheine kommt. In der Richtung des Markbalkens, etwas über demselben, werden nun beyde Halbkugeln mittelst eines einzigen Schnittes mit dem Hirnmesser von vor-nach rückwärts abgenommen, außer es wäre eine Hirnwunde vorhanden, in welchem Falle die Hirn-Substanz schichtenweise weggenommen werden muß, um die eigentliche Tiefe derselben bestimmen zu können, und es wird ihre Substanz durch verschiedene Einschnitte genau untersucht und beschrieben. Hierauf macht man zu beyden Seiten neben der senkrechten Furchen des ^ queren ^Markbalkens nach seiner Mitte zu Einschnitte, wodurch die oberen Hirnkammern geöffnet werden, die man zuerst nach vorwärts, dann nach rückwärts und abwärts nach ihrem Verlaufe, wie ihn der eingeführte Zeigefinger der linken Hand zu erkennen gibt, erweitert. Jetzt besieht man die Theile der obern Hirnkammern, als: die durchsichrige Scheidewand, bte gestreiften Körper, einen Theil der Sehhügel, besonders aber das Adergeflecht. Um die dritte Hirnkammer zu untersuchen, wird die durchsichtige Scheidewand von ihrer Oeffnung, welche nach abwärts ihre Lage har, mit den Schenkeln des Gewölbes nach aufwärts durchgeschnitten und zurück gelegt, die innere Fläche der Sehhügel etwas von einander gezogen, wo man dann den mittleren, vorderen und hinteren Querbalken, und die dritte Htrnkammer, das dreyeckige Blatt, das hier die Gewölbe verbindet, und die Zirbeldrüse, welche auf den vier Erhabenheiten aufliegt, deutlich sehen wird. §. 2008. Damit noch die übrigen Theile des Hirnes und der Grund der Schedelhöhle untersucht werden können, muß sowohl das große, als auch das kleine Hirn heraus genommen werden. Dieses geschieht, indem man zuerst die vorderen Hirnlappen, versteht sich ohne die harte Hirnhaut, in die Höhe hebt, sowohl den Geruchsnerven, als auch alle die übrigen Nerven, die von dem Hirne kommen, in der Mitte ihrer Distanz vom Hirne, ferner an dem türkischen Sattel die innere Kopf - Arterie und den Trichter des Hirnes entzwey schneidet. Sind mm auch die mittleren Hirnlappen aufgehoben, so durchschneidet man zu beyden Seiten nahe an bem oberen Rande des Fesentheiles der Schläfenbeine, ohne jedoch die Blutbehälter zu verletzen, die Zwerchscheidewand des Hirnes, trennt zu beyden Seiten die hier vorhandenen Nerven, und im Hinterhauptloche das verlängerte Mark mit den Wirbel- Arterien, und hebt nun das große und kleine Hirn vollends aus der Schedelhöhle. An dem Hirngrunde sind dann, folgende Theile besonders zu untersuchen: Die Vereinigung der Sehnerven, der Trichter, die zwey glänzenden Erhabenheiten, die Grund-Arterie, die silvische Grube, die Schenkel des großen Hirnes und das verlängerte Mark. Der große Hirnknoten und das verlängerte Mark werden senkrecht, das übrige große und kleine Hirn aber in verschiedenen Richtungen durchgeschnitten. Von der Untersuchung des Gehirnes. Hkth. gm 28. Fed. 8 rg. 6 209. Wie das Gehirn aus der Schedelhöhle heraus zu heben ist. Hkth- am i5. Feb. 818. c 109* Band 11. 56 *