Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 11-12. (1981-1982)

III. Etnografie

584 IOAN R. NICOLA 58 ein grosses Gefolge von Dörflern und Auswärtigen anschliesst. Während sich der Zug durch die Dorfgassen bewegt, spielen die Geiger auf, und die Burschen rufer* anlassgebundene „strigäturi“. Am Ziel, dem Ort, wo geatnzt wird, angekommen, wil'd des Ochse seines Schmuckes entkleidet, gut gefüttert (mancherorts wird er in Wohnräume geleitet, wo ihm sogar Schnaps angeboten wird), während die Jugendlichen deh „Kranz abtan­zen“ („Jocul penei“), d.i. ein bestimmter Tanz auf eine spezielle Melodie. Jeder Tänzer trachtet hierbei danach, die Hand auf dem Strauss zu haben, weil geglaubt wird, dass dips Glück in der Arbeit, bei der Heirat usw. bringe. Anschliessend wird der Strauss dem Besitzer des Ochsen über­bracht, um hier in Ehren auf bewahrt zu werden, da er das Vieh vor Krankheiten schützen soll. Unterhaltung und Tanz der Jugendlichen dauern bis in die Nacht. . In dieser — reinen — Form ist der Brauch allerdings kaum mehr anzutreffen. Da er im Abklingen begriffen ist, wird er mit anderen (land­wirtschaftlichen oder einfach unterhaltenden) Bräuchen gekoppelt. Solche sind : „Singeorzul“ („Frunzarul“), d.h. ein in Waldlaub gehüllter Mensch (an sich zu St. Georg, am 23. April üblich), der während des Zuges gründ­lich mit Wasser begossen wird, damit das Grün des Waldes das Grünen der Saaten bewirke. „Päpärugi“ — in Kräuter gehüllte tanzende Jugendliche, deren Be­­giessen Regen bewirken soll. „Cenusorce“ („Draci“ = Aschenputtel, Teufel) — maskierte Burschen, die früher und mancherorts den Geschlechtsakt (als Ausdruck der ge­meinten Fruchtbarkeit) simulierten; heutigentags wolieh sie nur unter­halten. „Mosul si Baba“ (der Alte und die Alte) — auf dem waagerechten, von einem Reiter gezogenen Rad sich drehende Puppen aus Hadern. „Turca“ (ein als Habergeiss maskierter Bursche), die bekannte Ge­stalt des Winterbrauchtums; hier dient sie ebenfalls nur zur Erhöhung der Heiterkeit. Wenn diese fremden Zutaten dem Festzug auch ein grösseres Geprän­ge verleihen, so überschatten sie dennoch den Hauptzug des Brauchs — die Ehrung des Ochsen — sowie dessen Sinngehalt: Gesundheit des Viehs und Fruchtbarkeit der Äcker. Diese Ballung ist eigentlich ein Zeichen der Brauchzersetzung: in dem Mass, als sich das ursprünglich magische Wesen des „Pfingstochsen“ verliert, nähert sich der Brauch nämlich sei­nem Ende oder wandelt seine Funktion, indem sein mittlerweile sinnent­leerter Vollzug nur mehr den Anlass zu einem grossen Volksfest darstellt.

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