Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 9. (1979)
I. Arheologie
DIE SPÄTRÖMISCHEN SIEDLUNGEN IN SIEBENBÜRGEN (II) 71 nur die Fundamente eines Raumes mit Trockenmauern zum Vorschein26. Militärlager. Die Provinzgrenze in Siebenbürgen sicherten 28 Limeskastelle, zu denen noch zwei Legions- und sieben Verbindungslager im Inneren hinzukamen27. Nach dem Abzug der Truppeneinheiten blieben diese Anlagen unbewohnt, da sie für die Lebensweise der zurückgebliebenen Bevölkerung zu groß waren und nicht ihren Verteidigungsbedürfnissen entsprachen. Die kleinen Dorfgemeinschaften konnten die mehrere hundert Meter langen Mauerzüge nicht eng genug besetzen, die sich für die Verteidiger, wenn sie überstiegen wurden, wie eine Falle auswirkten. Die Bevölkerung zog es vor, bei Gefahren in die Wälder, in abgelegene Seitentäler oder auf Bergeshöhen Schutz zu suchen. Aus den Militärlagern sind in Siebenbürgen nur in zwei Fällen Siedlungsreste bekannt. Zahlreich und überzeugend gibt es sie in Comoläu28, wo eben die geringe Größe des Kastellums die Träger der Sf. Gheorghe-Kultur bewog, es in Besitz zu nehmen. Viel weniger ausgeprägt sind die Siedlungsspuren in Brincovene$ti, wo bei Grabungen einige graue Scherben mit eingeglätteter Verzierung zum Vorschein kamen29. Zivilsiedlungen (Canabae). Wenn auch die Militärlager aufgelassen wurden und unbewohnt blieben, so gilt dieses nicht für die dazugehörenden Ziviisiedlungen. Unmittelbare spätrömische Siedlungsspuren konnten zwar auch in diesen nicht nachgewiesen werden, vermutlich weil diese noch einheitlich römisch waren und sich nicht von provinzialzeitlichen unterschieden. Etwa bei einem Drittel der Lager sind aber aus ihrer Umgebung nachaurelianische Münz- oder andere Einzelfunde und einmal auch Gräber innerhalb des Lagers bekannt, die von den Bewohnern der Zivilsiedlungen herrühren müssen. Städte mit Militärlagern, wie Apulum, Potaissa und Porolissum werden hier nicht berücksichtigt, da sie bereits an anderer Stelle behandelt wurden. Münzfunde sind aus Criste$ti bekannt, das hier zu zu erwähnen ist, sofern dort auch ein Castrum bestand30, weiteres aus Cinc§or, Gherla, Giläu, Hoghiz, Ölteni, Sighi$oara und Vefel31. Einzelfunde, die auf die Fortdauer der Canabae hinweisen, sind ein Fingerring mit der Inschrift VT(erej F(elix) aus Bologa32 und der Bügel einer Zwiebelknopffibel aus Vefel33 mit der Inschrift QVARTINE VIVAS, beide aus Silber und mit niellierten Dreicken verziert. Eine Taubenlampe aus Buciumi wird als christlich 26 I. Winkler, Actes de la XW Conférence internationale d'études classiques „Eirene“, Bucure$ti, Amsterdam, 1975, 593—600; Apulum, 17, 1979, (im Druck). 27 Ihre letzte Zusammenfassung bei N. Gudea, Saalburg-Jahrbuch, 31, 1974, 41— 49, weitere Hinweise in der Tabula Imperii Romani, L. 35. 28 Vgl. Fundliste 1, В 7. 29 A. Zrínyi, a.a.O., 130 und freundliche mündliche Mitteilung. 30 S. Anm. 17. 31 C. Préda, SCTVA, 26, 1975, 463, 467, 469, 474, 480, 484. 32 K. Horedt, Archäologisches Korrespondenzblatt, 3, 1973, 227. 33 K. Horedt, Contribufii ia istoria Transilvaniei in secolele IV—XIII, Bucure^ti, 1958, 23; M. Macrea, Dacia, 2, 1958, 467—472.