Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 9. (1979)

I. Arheologie

DIE SPÄTRÖMISCHEN SIEDLUNGEN IN SIEBENBÜRGEN (II) 69 halbrundem Griff zeigen, daß die Kammtracht üblich war. Die Bezie­hungen der Sf. Gheorghe-Kultur weisen demnach eher nach Süden und man könnte vermuten, daß ihr verstärktes Hervortreten eine Folge der Niederlassung der Goten an der unteren Donau nach 332 war, wodurch bodenständige BevöJkerungsteile über die Karpaten nach Norden ab­gedrängt wurden. In den südlichen und östlichen Beziehungen der Sf. Gheorghe-Kultur macht sich wieder ihr Mischcharakter geltend, doch können bei dem gegenwärtigen Material- und Forschungsstand für ihre historische Erklärung nur Arbeitshypothesen aufgestellt werden. Handwerker Siedlungen. Töpfersiedlungen, wie sie in der Theißebene bei Medie?ul Aurit, Bexegsuräny oder Blazice freigelegt wurden15, sind bisher in Siebenbürgen nicht nachgewiesen, wo nur einzele Töpferöfen der üblichen römischen Konstruktion in Cluj-Mänä?tur, Mugeni und Sf. Gheorghe „Eprestetö" ausgegraben wurden {A 5, В 12, 17). Sie zei­gen, daß die benötigten Gefäße in den Siedlungen selbst hergestellt wurden. Andere Hinweise auf Werkstätten, wie z. B. für Eisenverhüt­tung, Metallverarbeitung oder zur Herstellung von Kämmen16, sind im 4. Jh. in Siebenbürgen nicht bekannt. Einen Sonderfall stellt die Gefäß­produktion in Criste?ti dar. Es wird hier ein Militärlager als Standort der Ala Bosporanorum vermutet und aus römischer Zeit stammen In­schriften, Skulpturen, Grabdenkmäler und Gebäudereste17. Außerdem bestanden hier Töpferwerkstätten, die eine kennzeichnende stempel­verzierte Ware für die weitere Umgebung erzeugten. So dürften ein Teil de roten Urnen, z. B. die zwei- und dreihenkligen Gefäße des Gräber­feldes von Soporu de Cimpie, aus Criste?ti stammen, für das Schlangen­gefäß aus Lechinfa de Mure? mit Stempelverzierung18 läßt sich dieses auf Grund gleicher Bruchstücke aus Criste?ti im Museum in Tg. Mure? nachweisen. Leider ist der Musterschatz des in diesem Museum auf­bewahrten Materials noch nicht veröffentlicht. Eine Auswahl davon bie­tet Abb. 8, die freundlicherweise von A. Zrínyi zusammengestellt wurde. Hier interessiert die Frage, ob die Töpferwerkstätten auch nach der Preisgabe der Provinz weiterarbeiteten. Direkte Beweise gibt es dafür noch nicht, doch macht eine Reihe von Befunden eine solche Annahme sehr wahrscheinlich. Einmal ist aus Criste?ti ein Münzfund des 4. Jhs. bekannt19, dessen Fundort allerdings nicht eindeutig gesichert ist. Bei Grabungen in Tirgu Mure? wurde stempelverzierte Keramik aus Cris­­te?ti zusammen mit glättverzierten Scherben des 4. Jhs. gefunden20 und die gleiche Verbindung besteht in einem oder mehreren Brandgräbern für das erwähnte Schiangengefäß aus Lechinta de Mure? mit grauen 15 S. Dumitra$cu, T. Bader, A?ezarea dacilor liberi de la Medie$ul Aurit, (Satu Mare), 1967; D. Csallány, Actes du VIIе Congrés international des sciences préhisto­­riques et protohistoriques, Prague, 1971, Bd. 2, 1008—1009, Taf. 42; J. Pastor, Arheo­­logické rozhlcdy, 12, 1960, 80Ö—810; ders., Studijne zvesti Aúsav, 6, 1961, 105—122. IG Bür eine Werkstatt zur Herstellung von Kämmen aus dem 4. Jh. in der Moldau, vgl. V. Palade, Arheoiogia Moidoviei, 4, 1966, 261—277. 17 Tabula Imperii Romani, L 35, S. 36. 18 E. Beninger, Mannus, 30, 1938, 124 Abb. 2. 19 К. Horedt, SCIV, 6, 1955, 671; Z. Székely, SCN, 2, 1958, 469—473. 20 A. Zrínyi, Marisia, 6, 1976, 148—149.

Next

/
Oldalképek
Tartalom