Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.
Texte
81 nicht, wie wir uns von ihr befreien sollen, du hast uns gerettet, was sollen wir dir für deinen Dienst geben?" Der Bursche: "Ich brauche nichts, melke nur aus deiner rechten Brust die Milch." Vogel Smaragd: "Das schadet mir, ich kann danach keine Junge mehr gebären. Dessenungeachtet, da ich die Ruhe meiner Jungen sehe, [89] sei so wie verordnet ist" sagte er und willigte ein, dass er geben wird. Er holte zwei Flaschen und melkte aus beiden Brüsten die Milch. Der Bursche war sehr froh und dankbar, schwang sich auf sein Pferd und machte sich auf den Heimweg. Nach vielen Tagen erreichte er die Weggabelung, bei der sie sich getrennt haben. Als er ankam, warteten nach ihrer Verabredung die zwei Schwäger schon dort auf ihn. Kurz bevor er zu ihnen trat, liess er sein blaugraues Ross frei, suchte sein Pferd, bestieg es und ritt zu ihnen, stieg vom Pferd und sie fragten einander aus, wie es ihnen ergangen ist, wie die Dinge stehen. Der Bursche fragte seine Schwäger: "Habt ihr gefunden?" Die Schwäger antworteten: "Wir konnten nichts finden, hast du gefunden?" Der Bursche sagte: "Ich habe gefunden und werde auch auch abgeben, kehrt nicht mit leeren Händen nach Hause zurück", und er wollte ihnen abgeben. Die Schwäger fragten: "Und was willst du dafür haben?" Der Bursche erwiderte: "Was soll ich verlangen? Schneidet eure Halssehnen heraus und gebt sie mir." Die Schwäger waren einverstanden, schnitten die Halssehne heraus, nahmen die Milch und kehrten zusammen heim. Heimgekommen der Bursche ging in sein Haus. Die Schwäger wetteiferten miteinander und gingen direkt ins Schloss, begaben sich zum Padischah und sagten, sie hatten es gebracht und abwachselnd flössten sie ihm mit Gewalt das Getränk ein. [90] Dem Padischah wurde es ganz schlecht, er lag nur da und murmelte: "Ich sterbe." Er konnte kaum noch atmen. Da kam der Jüngste Schwiegersohn und gab ihm einen Tropfen von der Milch, die er gebbracht hat. Der Padischah bewegte sich. Er liess ihm zum zweitenmal trinken, da erhob er sich, das drittemal, da stand er auf und begann zu gehen. Da erfuhr der Padischah, wer der Bursche ist: "Was du willst, kannst du machen, von heute ab bin ich dein Untertan", flehte er seinen Schwiegersohn an. "Am heutigen Tag gebe ich dir meine Herrschaft ab, ich mache dich zum Padischah und setze dich an meinen Platzt", sagte er. Die älteren Schwiegersöhne standen etwas abseits und zitterten. Da führte der Padischah seinen Schwiegersohn aus der Küche in das Schloss. Am nächsten Tag beabsichtigte der Padischah das ganze ihm untertane Volk zu versammeln und vor allen Menschen die Würden des Padischahs seinem Schwiegersohn zu Ubergeben. Er begann den Jüngsten Schwiegersohn zu fragen, wer und was er sei. Der Bursche sagte: "Hier, dir allein werde ich es nicht sagen, wenn das Volk sich versammelt hat, vor dem ganzen Volk werde ich es sagen." Sie beendeten das Versammeln des Volkes. Der Padischah wandte sich an das Volk: "Ich bin sohon alt geworden, von nun an wird mein Jüngster Schwiegersohn an meiner Stelle sein." Das Volk bekundete einstimmig sein Einverständnis [91] und wollte den neuen Padischah kennenlernen. Der neue Padischah betrat die Tribüne und begann zu erzählen, wer er sei: "Nun, auch ihr habt schon gehört, dass viele Monate weg von hier ein grosser Padischah lebt, ein sehr tapferer und starker, eigenwilliger, der von sich sehr