Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

59 davon. Das Kind nahm, was es brauchte, ging aus dem Schloss hinaus, schloss das leere Gebäude wieder ab und steckte bei einer günstigen Gelegenheit den Schlüssel in die Tasche der Mutter. Etwas Zeit ist vergangen. Nach den Worten des alten Wächters sagte der Padischah: "Den Alten in diesem Gebäude muss man schon töten." Eines Tages stellte er einen Galgen auf und sandte ein Schreiben an seine Untertanen, dass sie sich an diesem Tag versammeln sollen. Der Galgen war fertig, von überall kamen die Menschen. Als die Sippe des Padischahs begannen einzutreffen, ver­langte der Padischah von seiner Frau den Schlüssel und sagte dem ganzen Volk, warum er sie gerufen hat, und um das Gebäude zu öffiien, steckte er den Schlüssel in das Schloss und öffnete es. Vor der Tür standen zu Hunderten bewaffnete Männer und wachten, dass der Alte nicht herauskomme und wegge­he. Das Gebäunde wurde geöffnet, von dem Alten keine Spur. In seinem Zorn wusste der Padischah nicht, was er tun soll, rief seine Frau und zog sie zur Verantwortung. Der Padischah zu seiner Frau: "Warum hast du das Gebäude geöffnet und ihn herausgelassen? Habe ich dir nicht befohlen, dass du ausser mir niemandem geben sollst (den Schlüssel), sag schnell, denn sonst ich schlage dir den Kopf ab." Die Frau schwor weinend: [62] "Ich habe ihn nie­manden gegeben", und sie warf sich dem Padischah zu Füssen. Der Padi­schah sagte: "Sage, wenn du es nicht sagst, gibt es keine Rettung für dich!" Damit zog er das Schwert aus der Scheide und als er bereits sagte, dass er den Kopf der Frau abschlagen werde, lief das Kind unter das Schwert. Das versammelte Volk wunderte sich, atemlos wartete es, wie die Sache endet, was sein wird. Der Padischah liess das Schwert sinken und fragte das Kind: "Was willst du sagen, sprich, oder du kannst deine Mutter nicht mehr se­hen!" Das Kind sagte: "An dieser Sache trifft meine Mutter nicht die leiseste Schuld, ich kenne meine Mutter sehr gut, sie hat niemandem den Schlüssel gegeben, die Sache ist nicht so!" Und er erzählte, dass als er mit dem Bogen gespielt hat, sein Pfeil durch den Schornstein in das Gebäude gefallen ist, und er ohne Wissen der Mutter den Schlüssel gestohlen hat, und als er das Ge­bäude geöffnet hat, um den Pfeil zu holen, der Alte weggegangen ist. Der Padischah bekam blutige Augen, das Gesicht verzerrte sich, er raufte sich den Bart, die Ohren wurden knallrot, die Adern auf den Schlafen schwollen an, voller Ungeduld [63] hörte er, was sein Sohn sagte, und war beinahe bereit, dem Jungen den Kopf abzuschlagen, aber die Wesiren packten den Padischah am Arm. "Wenn es so ist, wenn ich es nicht töte, so töte ich es nicht, doch ich bin nicht geneigt, dieses Kind bei mir zu behalten, lieber werde ich es jemandem als Sklaven geben", sagte er. Die Wesiren rieten ihm: "Es gehört sich nicht, so etwas zu tun, wenn man Padischah ist, wenn es sohon so ist, gib ihm Geld und lasse ihn wohin immer laufen!" Da die Wesiren so sprachen, konnte der Padi­schah, ob er wollte oder nicht, nichts anderes tun es war falsch, den Jungen fortzuschicken. Am nächsten Tag befahl er, ein Pferd vor einen Wagen zu spannen, gab ihm zwei Sklaven, die liess er nach vorn, den Jungen nach hinten setzen, er selber ging nicht hinaus, ihn zu verabschieden, und befahl, ihn vor ihn zu führen. Die Wesiren zerstreuten das versammelte Volk. Das

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