Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

49 spät abends gingen sie, ihre ungeschmierten Pflüge knarrten, und nachdem sie die Gartenarbeit beendet haben, kehrten sie in das Schloss des Padischahs zurück. Bei ihrer Rückkehr ging ihnen der Padischah selbst entgegen und frag­te sie wieder: "Habt ihr den Garten gut bearbeitet?" [48] Die Knechte: "Hei, Padischah, wir haben sehr gut gearbeitet." Als sie so antworteten, glaubte es der Padischah nicht, er ging rasch ins Schloss, rief einen schieläugigen Wesir und dachte bei sich, er werde selber den Garten anschauen gehen. Zwei Zie­gen und ein Schaf spannte er an, einen Hund band er von hinten an und mit Trara kamen sie an den Rand des Gartens. Der Padischah Uberzeugte sich mit eigenen Augen, dass die Samen gesät sind und fand alles, wie es sein musste. Ob viel Zeit oder wenig Zeit verging, sie fuhren zurück. Als sie zurück­kamen, versammelte der Padischah wieder seine Untertanen und begann ihm gefällige Wächter zu wählen, er suchte und suchte, und schliesslich ermüdete er. Ich werde die besten Leute wählen, sagte er, und ernannte die elendsten Leute, er vertraute ihnen. Er dachte bei sich: Diese Leute werden niemanden einlassen, der Garten wird ganz bleiben — so tröstete er sich. Wieder kamen die schönen Zeiten, die mit ihrem Überfluss alle Menschen erfreuen. Der Garten wurde grün und blühte wie der Garten anderer. Der Padischah dachte, dass er an einem Sommertag, wenn der Garten schön ist, ein Fest veranstal­ten und sich vergnügen wird. Wenig oder viel Zeit verging nicht, die Festtage rückten heran. Der Padi­schah sagte: "Ich gehe selber", und den Wächtern schärfte er ein: "Bewacht sehr den Garten." [49] Trotzdem hielt es der Padischah nicht bis zum Fest aus. Eines Nachts raffte er sich heimlich auf, steckte die Pfeife in den Mund, nahm seinen Stock in die Hand und ging in den Garten; am Abgrund ging er mit der Pfeife in den Garten . Die Beine schlug er an den Hintern, er lief, von Zeit zu Zeit zurückblickend, sich vor dem eigenen Schatten fürchtend kam er irgendwie im Garten an. Mit eigenen Augen überzeugte er sich, dass die Wächter so den Garten bewachen, wie es sein muss. Der Garten war unberührt, die Pflanzen wuchsen schön. Der Padischah sagte nichts zu den Wächtern und ging leise nach Hause. Zu Hause angekommen, rühmte er sich freudig vor seiner Frau: "Alles wird so sein, wie wir gesagt haben", sagte er. Es verging nicht viel Zeit, ruhige Nächte verflossen, es wurde Tag. Die vom Padischah geplanten Festtage näherten sich. Eines Tages begannen sie sich vorzubereiten, zum Fest zu gehen und sie Hessen den Wächtern bestellen, dass an diesem und diesem Tag, zu dieser und dieser Stunde sie in den Garten kommen, damit es diese wissen. Nicht viel Zeit verging der Padischah und seine Wesiren packten alle Tiere und Hessen auch die mageren auf der ganzen Welt nicht zurück und machten sich mit gackernden Hühnern, schnatternden Gänsen und kollernden Puten [50] auf den Weg. Auf ihrem Weg über verschiedene Berge, Wälder und Flüsse kamen sie in den Garten. Den Garten betretend was mussten sie sehen? Keine Wächter, kein Gemüse, nur die blosse Erde und der Zaun blieb. Es ist noch zu früh, das Übriggebliebene zu erzählen. Wir stim­men die die Pfeifen [die Pflanzenröhre] auf und langsam werden wir alles er­zählen. Als sie in den Garten kamen und nichts sahen, gingen sie geradewegs

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