Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.
Texte
45 warf er das Hemd ab, anderen sah er die Finger an, er beschaute das ganze Volk, doch er konnte sie nicht finden. Zu Schluss brachten sie [43] die zwei Schwiegersöhne des Padischahs. Amata schaute den Rücken des älteren an, dieser hatte keine Halssehne, dann schaute er den Anderen, ihm fehlte ein Finger. Augenblicklich hängte er beide am Galgen auf, weil sie ihm nicht in der Schlacht zu helfen gingen. Nachdem Amata diese Sache [so] erledigt hatte, drehte er sich um, ging in die Steppe, liess das Pferd los, legte sich den Kuhpansen auf den Kopf und kehrte ins Badehaus zurück. Von diesen Dingen wusste weder Gúl-sélu noch die Anderen. Am nächsten Tag ging der Padischah mit seiner Frau im Garten ein wenig spazieren. Amata ging in das Schloss und legte sich mit dem Kuhpansen auf des Padischahs Platz, so dass man seinen mit des Padischahs Seidentuch verbundenen verwundeten Arm sah. Ein Wesir sah, dass er hineinging und ging hinaus zum Padischah: "Dieser Wahnsinnige ging, deinen Platz entehrend, mit dem Kuhpansen hinein und legte sich. Der Padischah ging hinein und sagte, ich stürze ihn nieder und erkannte er sein eigenes Tuch, kniete nieder und sagte zu Amata: "Ich habe schuld, ich bin in deiner Macht, lasse mit mir machen, was du willst." Amata erhob sich von seinem Platz und schrie den Padischah an: "Jetzt erkennt ihr mich schon? Wieviele Dienste habe ich euch erwiesen!" Der Padischah lag drei Tage lang ohne Bewusstsein. [44] Danach rief Amata die Bewohner der ganzen Stadt zusammen und er veranstaltete ein grosses Fest. "Nun, von heute ab bin ich euer Padischah!" verkündete dem ganzen Volk. Amata legte die Kleider des Padischahs an und ging zu Gúl-sélu ins Badehaus. Als Gúl-sélu ihn sah, erkannte sie ihn und sprang ihm an den Hals. Sie gingen ins Schloss zurück, Amata wurde Padischah, Gúl-sélu die Frau des Padischahs, neun Tage feierten sie ein Fest, zehn Tage überlegten sie, Speise und Trank, Tanz und Lachen, vor Hunger Tod, auch wir waren bei ihrem Fest. Wir tranken Bosa, die Menschen tranken eimerweise, wir tranken aus dem Sieb. Unseren Mund hat er nicht berührt, ist am Schnurrbart entlanggeflossen. Zwei Humpen Tee haben wir gegessen, ein Stück Brot getrunken, den Bauch uns vollgeschlagen, unsere Seele beruhigt, auf dem Fest zum Lachen gebracht, Lied gesungen, Holz geschnitzt, sind nach Hause gegangen, uns an den Festschmaus erinnert, als ob er noch jetzt dauert, singen wir! Ш. GROSSVÄTERCHEN [45] In uralten Zeiten lebte ein Padischah. Er war ein böser, schlauer Mann, und er hatte einen Sohn. Dieser Padischah war ein solcher Mann, der nichts in der Welt tat, auch jetzt weiss er nicht, was er machen soll. Eines Tages dachte er sich aus, dass er die ganze Welt zu einem Garten umpflügen