Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.
Texte
101 Ohne Zeit zu verbringen, machten sie sich auf den Weg, wo die Sonne nicht aufgeht, die Sonne nicht untergeht und keine Nacht eintritt. Sie gingen sieben Tage und waren erst in der Mitte des Waldes, als sie zwanzig Ritter trafen. Diese grüssten Alpam Schah und wollten weiter gehen. Unter ihnen waren einige, die gefangen gehalten wurden und sie wurden dorthin geführt, wo sie wohnten. Diese waren die Diener der einundvierzig Räuber. Sie kamen an einen tiefen Abgrund. Im Abgrund sahen sie grosse Häuser und mit Vieh gefüllte Kammern. An einer Stelle fanden sie einen Pfad, auf dem sie sich niederliessen. Das Pferd sagte dem Burschen: "Jetzt hüte dich, Bursche, sage nicht, wer du bist." Sie banden die Pferde an und gingen ins Haus. Im Haus wohnte der Führer der einundvierzig Diebe, der zweiundvierzigste Dieb. Als diese eintraten, sagte er "Willkommen, Gast!", und befahl ihnen, ein Essen zu bereiten, er selber begann zu fragen. Alpam-Schah erzahlte alles von Anfang bis Ende: "Ich suche einen Menschen", sagte er. Die Diebe gingen hinaus und sie blieben zu zweit. Alpam Schah [114] begann den alten Dieb zu fragen, was es Neues in der Welt gibt. Der Dieb sagte: "Ich weiss nicht, diese wohnen nicht weit von hier, das weiss ich, wo sie wohnen, doch ob du deine Schwestern sehen kannst oder nicht, das kann ich nicht sagen. Beide haben einen Dämon, sie leben mit Dämonen zusammen, ich kann nicht in ihre Nähe gehen, doch du, ein Leben, ein Tod, gehe hin." "Verlieren wir keine Zeit", sagte der Bursche, schwang sich aufs Pferd und ritt davon. Als er aus dem Wald heraustrat, erblickte er den von einem Eisenzaun umsäumten Berg und da er nicht wusste, wie er hineingelangen kann, kehrte er zurück. Nach einer Weile begann er daran zu denken, wie er [jetzt] weiter leben soll. Eines Tages sattelte er sein Pferd und ritt zu dem vorigen Berg. Er trat aus dem Wald hinaus, er sah in der Luft ein funkelndes Feuer. Er sah, dass das Feuer auf dem Gipfel des Berges, in einem Haus brennt, das Haus ist von einem Eisenzaun umsäumt, hat kein Eingangstor. Nach kurzem Nachdenken, wusste er, wo das. Tor ist. Er liess sein Pferd frei und begab sich zum Tor. Am Tor standen an zwei Seiten vier Wächter, er beachtete sie nicht, schritt durch das Tor und kam in ein Schloss. Er schaute durchs Fenster, es war voll mit aufgehängten Menschen. Von hier ging er ins Haus hinein. Er sah die eine Schwester, doch er fand keine Möglichkeit, mit ihr zu sprechen. Danach [115] ging er zu der alten Frau hinein und schlug ihr den Kopf ab. Bald kamen auch die Dämonen hervor, er versteckte sich und tötete auch diese. Da er nicht wusste, wie er zu seinen Schwestern hereingehen kann, hob er eine Ecke des Hauses heraus, befreite seine Schwestern und ging weg. Die Schwestern erkannten ihn nicht, erst nachdem er sagte erkannten sie ihn. Seine Schwestern setzte er auf das Pferd und sie gingen geradewegs zu den Walddieben. Dort blieben sie eine kurze Zeit zu Gast. Alpam Schah hat auch diese der Reihe nach alle niedergemacht. Sie steckten ihr Haus in Brand und gingen aus dem Wald hinaus. Sie kamen in eine Stadt. In dieser Stadt hielt die Tochter des Padischahs ihr Ringfest ab. Wer das Mädchen niederringt, der heiratet sie. Die versammelten Burschen vermochten nicht, das Mädchen zu besiegen. Auch Alpam Schah trat auf den Kampfplatz, rang mit dem Mädchen und bezwang sie. Noch am gleichen Tag wurde die Hochzeit