May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

56 Anonymus erzählt, dass in den letzten Lebensjahren des Fürsten Toxus zwei vor­nehme Leute Bila u. Bocsu aus dem Lande Bular, mit einer grossen Menge von Ismaeli­ten nach Ungarn kamen u. daselbst in verschiedenen Gegenden des Landes Wohnsitze - darunter auch den befesstigten Ort Pest - erhielten. "Tocsun vero dux, cum omnibus primatibus Hungáriáé, potenter et pacifice per omnes dies vitae suae obtinuit omnia jura regni, et sui audita pietate sua, multi hospites cofluebant (!) ad eum, ex diversis nationibus. Nam de terra Bula r venerunt quidam nobilissimi domini, cum magna mul­titudine Hismahelitaru m, quorum nomina fuerunt: Bila et Bocsu quibus dux per di­versa loca Hungarorum condonavit terras, et insuper Castrum quod dicitur Pest, in per­petuum concessit. Bila vero et frater ejus Bocsu, a quorum progenie Ethey descendit, invito consilio, de populo — sacerni ducto, duas partes ad servitium praedicti castri con­cesserunt, tertiam vero partem suis posteris dimiserunt. Et eodem tempore, de eadem re gion e , venit nobilissimus miles, nomine Heteus, cui etiam dux terras et alias posses­siones non modicas, condonavit." Seit dieser Zeit, ungefähr 970 bis 1291 findet sich in unseren vaterländischen Geschichtsquellen der Ismaeliten od. Saracenen (Ismaelite sive Sarraceni) eine ununter­brochene Erwähnung. Sie waren mohamedanischen Glaubens u. gantz vorzüglich dem Handel ergeben. Durch den Reichthum den sie sich durch diesen erworben ; durch die Bildung, die sie in den arabischen Hochschulen des Orients, die sie besucht, genommen; und durch die Länder und Völker Kenntniss, die sie [mit] auf ihren Reisen dahin, und durch ihre Handels Verbindung) én) nach ihnen u. aussen erlangten, sind sie zu einer Macht u. zu einem Einflüsse gelangt, der zu klagen gegen ihre Begünstigung einerseits, andererseits gegen die Bedrückungen, die sie sich gegenüber des Volkes erlaubten, un­unterbrochene Veranlassung gegeben hat. Nicht nur der ganze Handel des Landes, auch die Verwaltung aller Lander (!) Einkünfte ist allmälig (!) in ihre Hände übergegangen. ­Die ersten Beschränkungen [setzten] legten ihnen die Gesetzes-Bestimmungen des h. Ladislaus u. des Coloman in Bezug ihres Glaubens (auf). Die goldene Bulle Andreas II schliesst sie [auch] von der Verwaltung des Reichs-Schatzes, der Minen, der Saltzwerke, des Finanz u. Steueramtes (!) aus. Aber die Nothwendigkeit eines geregelten Einflies­sens der Staats Einkünfte hat unmöglich gemacht, solchen Beschluss [auch] auszufüh­ren. Erst der Eid Bela des IV die Ismaeliten auszurotten, 1233 (der 1234 wiederholt wurde) hat ihre Macht gebrochen. Es hören wenigstens seit dieser Zeit die Klagen der Päpste über Schutzlosigkeit des Volkes, gegenüber der heidnischen Ismaeliten, auf. Be­seitigt in der Verwaltung waren sie aber noch immer nicht, und haben sich unter Ladis­laus Cumanus sogar wieder gehoben. Nur nach dem gewaltsamen Tod dieses Fürsten hört die Geschichte plötzlich auf sie zu nennen, und zwar so, dass ihr Name seit dieser Zeit nicht wieder vorkommt. Nachdem der Name Ismaelite n nur eine Glaubensbezeich­nung war und allen mohamedanischen Völkern ohne Unterschied der Abstammung u. Sprache beigelegt wurde, so kann unter dem Ausdrucke ihrer Ausrottung nur ihre Be­kehrung zum Christenthume gemeint seyn. Die hohe Würde eines bekehrten Ismaeliten 1290, des Palatins Mis e (olim Sarracenus) scheint auf eine Verfolgung anderer Art (auch) nicht hinzudeuten. Das Volk lebte fort, nur erscheint es bei der Ablegung ihres alten Glaubens mit dem auch der Name Ismaelita fallen musste, unter einer neuen Be-

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