May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)
Die Briefe Regulys an A. A. Kunik
46 (!) bloss 8 thai, 18 Silb. Gr. - den überschuss habe ich Deinem wunsche gemass statt interessen zugegeben, frankirt habe ich aber nicht denn über die gránze wird kein franko angenommen. mein befinden ist nun wieder besser vor 10 Tagén habe ich mit der kur etwas ausgesetz (!) und bekam darauf einen ausschlag auf den Bauch und besonders in den weichen, den ich noch immer habe. Nun gebrauche ich wieder die Kur eben so streng wie früher, ohne dass sie mich darum aufregt, ich habe sogar gestern und vorgestern imgasthaus gespeist und mich an schnitzeln und rehschlageln delectiert, ohne den mindesten schlechten folgen. auch habe ich mich in der Lecture diese tage versucht und las Liebigs chemische briefe 1 4 mit grossem genusse, ich machte mir auch etliche resumés, ohne damit mein Kopf [damit] angestrengt zu habén. Unsere bade gesellschaft hat sich die lezte zeit sehr vermehrt. Die zahl der gaste geht schon gegen 700. Aus Russland habén wir die wenigsten[s]. Voriges Jahr war die Frau des Professors Perner aus Petersburg hier mit ihren zwei töchtem, sie sollen hier die ersten schönheiten gewesen sein und werden noch fortwahrend erwahnt. Ich wünschte dass Du bis 1 oder 2 e n August hier ankamst, denn wir können uns nur hier treffen. Ich werde mich nach Deutschland durch Baiem, und Würtenberg begeben und so auf dem Rhein mich eine Zeit aufhalten bevor ich mich nach Berlin begebe. es ist alsó kein anderer punkt [nicht] auf welchen wir und naher w'dren als hier. kaufe mir ein Exemplar von Renvaüs Lexikon, ich werde es durch Schoss bekommen können, (auch von deinem) Rodsen könntest (mir ein Ex. schenken). meinen lezten Brief hast Du wohl bekommen. Die wiener Academie organisiert sich allmahlig. Wir habén ein futti wetter kein Tag ohne Regen, auch ist es fortwahrend kait. Grüsse alle. Baer reist alsó nicht. Dein Reguly 26. Csákány (bei Pressburg) d. 1. okt. 47 Mein theuerster Freund! Ich bin endlich bei meinen guten Altem und habe das Glück sie recht gesund und kráftig zu finden. Meine abreise von Graefenberg machte sich so schnell dass ich in der eile lieber verschob Dir von hier zu schreiben. Seit Deine abreise war ich leidend bis auf die lezten fünf tage vor meiner abreise. es scheint ich war krank von der wasserkur und Priessnitz sagte selbst dass das wasser in mir ein (!) gegenkrankheit hervorgebracht hat, durch die dann meine früheren leiden gehoben wurden - und darin mag er recht habén denn wáhrend ich früher so schwach war, dass ich zuweilen zehn schritte nicht gehen konnte und schwindel bekam, habe ich mich die lezten fünf tage meines aufenthaltes in Freiwaldau plötzlich so sehr gebessert, dass ich [dann] sogar wagen konnte sobald abzureisen, und lieber bei meinen Altern die tage bis zu meiner völligen erholung zu verleben. ich bin nun vier tage hier, und kann dir [denn ] sagen, dass mir das hochbeglückende gefühl der gesundheit endlich wieder gekommen ist. ich bringe meine tage