Náday Károly–Sáfrán Györgyi: Történeti kutatások Kufsteinban. Czuczor Gergely rabsága (A MTAK közleményei 14. Budapest, 1984

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175 40. Gergely Czuczor — an Ferenc Toldy [Kufstein, 16. Október 1850. ] [deutsch] Mein lieber Freund! Beide Briefe von dir wie auch das Werk "die historische Dichtung der Ungern" sind mir gütigst eingehandigt worden, aus deren Inhalt mit Freude, und dank­schuldig habe ich vernommen, wie unermüdlich bist, und alle Mitteln anwendest, um meine Lage zu erleichtern. Aber leider! die gute Hoffnungen scheitern immer an der námlichen Scylla, die sogar meine hohe Gönner mit bester Wille nicht ausvveichen könnten. Ich werde táglich mehr überzeugt, dass ich einen ent­schiedenen Gegner habe, der mir überall im Wege steht. Wohl an! ich will doch immer glauben, dass endlich nicht seine Wille, sondem die eines höheren Wesens geschehen wird. Darum sei ohne Sorge, mein Gemüth ist ruhig, soll es ein Leichtsinn, soll es eine Geistesstárke sein, es ist gleichviel. Durch so viele Lei­den, die mich meines Lebens, besonders im letzten Jahren überfallen habén, fühle mich gehártet, und geschalt, kurz gesagt, ich bin ruhiger, und mehr zufrieden, als vorher in Transport — Hausern und Casarnen, weil dort war es mir unmög­lich zu arbeiten; und kann es eine grössere Strafe geben, als die Verlust der theuersten, nie ersátzlichen Zeit? Es ist zwar nicht zu leugnen, dass auch hier um eine einseitige Arbeit kann ich verrichten, ohne nötigen Hilfsquellen, und das literarische und mündliche Verkehr vermissend. Was mir aus dem Gedachtnis einfallet wird aufnotirt. Übrigens das Werkchen von Tacitus "De moribus Ger­manorum" ist schon in das Ungarische übersetzt. Mit der Gesundheit kann mich nicht rühmen. Die rheumatischen Übeln dauern fort, und nehmen zu, seit einigen Tagén die Augen sind auch leidend, ebenfalls im Rheuma. Wenn das in Frühsommer was soll erst im Winter werden, im Lande, wo das Clima rauh ist, wo gewöhnlich entweder scharfe Winde ziehen, oder Luftbefeuch­tende Nebeln streifen die Atmospháre durch? Der Geist wáre bereitwillig, aber der Körper ist schwach. Und noch die Eisen dazu. Du weisst es, wie mein linker Fuss im vor. Winter vom Eisen aufgeschwollen, und leidend geworden ist. Ob auf den künftigen Winter nicht das námliche geschient dem rechten Fuss, ich bin mehr geneigt zu fiirchten als nicht. Alle meine, und unsere gemeine Freunde, und Wohltáter, besonders deine liebe Familie insgesamt lasse ich freundlichst grüssen. Die hochw. Páter Agaqius, und P.Benjamin bitté ich, sollten giitigsein meine Sachen auch fernerhin aufbewahren, besonders die Kleider manchmal auslüften lassen. Mit innigster Liebe umarmt, und küsst dich Kufstein, 5.Jun. 1850. Dein Treuer Freund Gregor Czuczor

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