Náday Károly–Sáfrán Györgyi: Történeti kutatások Kufsteinban. Czuczor Gergely rabsága (A MTAK közleményei 14. Budapest, 1984
Képek
171 In dessen Folge wurde er in Ofen belassen, selbst als die kais. Truppén in April 1849 aus Pesth auszogen, und hat somit alle Schrecknisse des langen Bombardements in seinem Kerker mitgelitten. Als die ungarischen Truppén Ofen eroberten und wüthend in die Kaserne stürzten, wo Czuczor war, rettete er durch sein Dazwischentreten mehreren kais. Offizieren und Soldaten das Leben. Seine diessfaelligen Zeugnisse liegen einem Gesuch an FZM.B. Haynau bei. Durch zwei ungarische Regierungs Commissaere aus seiner Haft befreit, zog er sich in Pesth zurück, verfügte sich aber bald darauf, zur Pflege seiner, durch die physischen und Gemüthsleiden hart angegriffenen Gesundheit ins tihanyer Kloster am Balaton, wo er die Seebaeder brauchte. Nachdem die kais. Truppén das zweite Mai in Pesth einrückten, hielt er es für seine Pflicht sich zu stellen; wesshalb der FML.B.v. Kempen ihm das Pest Franciscaner Kloster als Gefaengniss anwies, und ihm die fernere Bearbeitung des Wörterbuches gestattete. Nachdem B.Kempen von Pesth abging, hat der FZM.B. Haynau die Czuczorn gewordene Milderung aufhebend, ihn ins Neugebaeude in strenge Haft bringen lassen, und soll jetzt nach Kufstein versetzt werden. Kaiserliche Hoheit! die Academie ist weit entfernt das fragliche Lied entschuldigen zu wollen. Aber Czuczor war stets bieder, loyal, gemaessigt, hielt sich fern von politischen Treiben, und diese Schuld ist die Ausgeburt einer einzigen unseeligen Stunde, wo er immitten der allgemeinen Aufgeregtheit hingerissen, sich selbst untreu geworden ist. Er hat gebiisst. Seit mehr als einem Jahre ist ihm die Freiheit genommen; er hat in Ketten geschmachtet, seine Gesundheit ist zerrüttet, und wird das Fürchterliche über ihn wirklich verhaengt, so sind seine Tage gezaehlt. Ungarn verliert aber einen seiner unsterblichen Dichter, die Academie büsst, in ihm den Verfasser ihres grossen Wörterbuches ein, und ist unfaehig ihn zu ersetzen. Kaiserliche Hoheit! Ihrem edlen, grossen Herzen vertraut die Academie das Schicksal ihres unglücklichen und unersetzlichen Mitgliedes an. Er verdient es, der reuige Gefallene, ja — Ungarn wird es Eurer Kaiserlichen Hoheit ewig Dank wissen! Gott erhalte Ew.k. Hoheit noch lange zum Troste des Unglücklichen! In tiefer Verehrung Ew. kaiserlichen Hoheit Pesth, den 3 te n Marz, 1850. Franz Toldy 25. Gergely Czuczor — and Ferenc Toldy [Pest, 8. Marz 1850.] [ungarisch] Mein lieber Freund! Morgen nachmittag gehe ich nach Buda. Wie lange ich dort verbleibe ist unsicher, denn ich bin nach Kufstein beordert und wahrscheinlich werden sie mich mit dem ersten Transport mitnehmen. Wenn ich schon ins Ausland gehen muss, da