Náday Károly–Sáfrán Györgyi: Történeti kutatások Kufsteinban. Czuczor Gergely rabsága (A MTAK közleményei 14. Budapest, 1984

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160 5. Gr. József Teleki — an Hg. Alfréd Windischgrátz [Gyömre, 3, Február 1849. ] [deutsch] Durchlauchtiger Herr Fürst Feldmarschall! Der Benediktiner Czuczor soll auf sechs jaehrige Gefangenschaft in Kufstein verurtheilt seyn. Euer Durchlaucht werden dem Presidenten der Akademie erlauben Sie, in vollem Vertrauen auf ihr Wohlwollen gegen gefallene Ehrenmánner, um Linderung der Strafe zu bitten, zumalen da der Verurtheilte ein so ruhmgekrönter als fort­waehrend thaetiger Mitglied der Akademie ist, dessen Verlust auf lange Zeit unersetzlich seyn dürfte, den er seit mehren Jahren ausschliesslich mit der Redac­tion des grossen Wörterbuchs der Akademie beschaeftigt ist, und sein Ungliick ihn dieser Arbeit in der Mitte derselben entrücken würde. Durchlaucht! ich kenne nicht das Verbrechen, dessen der Verurtheilte gezeicht wird, da ich aber den Mann, seinen Character und seine Praemissen kenne, bin ich überzeugt, dass ihn nur sein Lied 'Riadó* compromittirt habén kann. Weit entfernt dieses Lied an und für sich zu entschuldigen bitt ich Eu. Durch­laucht die aufregenden und beirrenden Einflüsse gütigst zu würdigen, unter denen ein feuriges patriotisches Gemüth, seiner durchaus loyalen Natúr untreu werden, und in Gefühlsausbrüchen Erleichterung suchen konnte, die eben so unpoetisch als seiner gewohnsten Empfindungsweise gleich unangemessen und unwürdig sind. Ich bitté sein eigenes aufrichtiges Bedauern für ihn sprechen zu lassen, das er wie ich selbst erfahren habe, empfand (und das er gewiss auch bei Gelegenheit seiner Verhöre an den Tag gelegt) als er nach dem Eindrücken der kais. Truppén in Pesth über Manches, was den Einwohnern der Stadt bis dahin vorenthalten blieb, sich aufgeklaert sah. Ich beziehe mich hiebei zugleich auf sein für das Landvolk geschriebene und durch den Mezei Naptár verbreitete Gedicht über "Freiheit, Gleichheit u. Brüder­lichkeit" welches ein treues Bild seiner gesunden, gemaessigten, humánén und loyalen politischen Sinnes giebt, wie dieser in ungetrübter Seelenlage sich durchaus lobenswerth aeusserte. Der Verfasser dieses Gedichtes konnte nur in kranken Ge­mütsstimmung das Riadó schreiben. Ich bitté seinen bisherigen Lebenslauf für ihn sprechen zu lassan, der in jeder Hinsicht tadellos ist; wobei ich noch bemerke, dass er nie an politischen Clubben und Agitationen Theil genommen, überhaupt werde durch Rede, noch durch Schrift, noch durch That Zeichen politischer Tendenzen gab: und stets nur dem Lehramt und durch seine schrifstellerischen Arbeiten der Wissenschaft lebte. Ich bitté ferner aus Rücksicht für die Academie und ungarische Literatur den Verurtheilten gnaedigst in eine Lage zu versetzen, dass er seine schwechliche Gesundheit, welche empfindlichen und gefaerlichen Unterleibsleiden unterworfen ist, pflegen, und dabei jener wissenschaftlichen Arbeit, welche ihn gegenwertig

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