Náday Károly–Sáfrán Györgyi: Történeti kutatások Kufsteinban. Czuczor Gergely rabsága (A MTAK közleményei 14. Budapest, 1984

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153 als unumschránkter Bevollmáchtigter Sr.Majestát schon unterm 13. November v. J. aus dem Hauptquartiere Schönbrunn einer Proklamation an die Bewohner Ungarns und Siebenbürgens erlassen, worin der Feldmarschall ihnen ankündiget, dass er mit einer tapfern und treuen Armee das Land betreten werde, jedoch nicht mit feind­seligen Absichten, sondern um den Aufruhr zu bewáltigen und dem von Partheien zerrissenen Lande den Frieden wieder zugeben. In der, der gegen die k.k. Truppén die Waffen führt, ergreift oder Andere dazu zwingt oder verleitet; werde als Auf­rührer behandelt werden. Da nun die Aufrührer in ihrem Widerstande gegen die allerhöchsten Verfügungen verharrten und zu den Waffen griffen, ja sogar feindlich gegen die Hauptstadt der Monarchie zogen, auch in die Provinz Steiermark ver­heerend einfielen, so zog ihnen Sr, Dürchlaucht der Feldmarschall Fürst Windisch­grátz an der Spitze der K.K. Armee entgegen, schlug sie in mehreren Gefechten zuriick, und zog am 5^ e n d.M. in die von den Aufrührer in Hast verlassenen Hauptstádte Ofen und Pesth ein. Nach der Besetzung dieser beiden Stádte durch die k.k. Truppén wurde mittels Proklamation des Herrn Feldmarschall-Lieutenants und Kommandanten des 2ten Armee Corps Ladislaus Grafen Werbner dato Pesth vom 7 te n v.M.der Bela­gerungszustand hier ausgesprochen und in folge dessen der Verfasser jenes auf­rührerischen Gedichtes arretirt, und der Milit. politischen Central Untersuchungs Commission zur weiteren Amtshandlung übergeben, welche ihn der n te n Justiz Section zur Kriegsrechtlichen Behandlung zuwies. Inquisit Czuczor wurde am 17.d.M. summarisch verhört und es wurde ihm der Inhalt seines Gedichtes Punkt für Punkt zur Angabe seine Rechtfertigung hier­über vorgehalten. Er gestand, der Verfasser dieses Gedichtes zu seyn, wie auch dessen Einschaltung in die Zeitschrift Kossuth hírlapj a veranlasst zu habén; und zwar will er das Gedicht schon im Monat November v. J. verfasst, und 14 Tagén ungefáhr von seinem am 21 te n Dezember v. J. erfolgten Erscheinen dem Redakteur Joseph Bajza übergeben habén. Unter dem Worte "zsarnok" das öfters in diesem Gedichte vorkommt, habe Herr Inquisit keinen speziellen Tyrannen oder Unterdrücker, sondern jeden dar­unter verstanden, der den Ungarn die errungenen Rechte und Freiheiten streitig machen will und er sei zur Verfassung dieses kriegerischen Liedes durch die Gráuel bestimmt worden, die sich die Serben und Raitzen bei ihren ráuberischen Einfállen in die untern Gegend gegen die Ungarn erlaubten und gegen jene alléin sei der ganze kriegerische Aufsatz gerichtet gewesen, und auch auf diese nur sei der Ausdruck "zsarnok" "Unterdrücker" und "haramiahadak" "Ráuberhorde" gerichtet gewesen; den König von Ungarn und die wohl disziplinirte k.k. Armee habe er darunter keineswegs verstanden. Eben so habe er auch den Ausdruck "Wir stossen den Dolch in seine schwarzgelbe Seele" nicht auf den Kaiser und König bezogen, sondern dieses zusammengesetzte Beiwort sárgafekete (gelbschwarz), als ein blosse Metapher gebraucht, um durch den Ausdruck "gelb" den Neid, und durch den Ausdruck "schwarz" den Tod, alsó eine neidische und todbringende Seele zu bezeichnen, welche die Serben als Unterdrücken habén. In seinem ordentlichen Verhöre dato 24 te n d.M. entschuldigt sich der Herr Inquisit ganz auf dieselbe Weise: er habe nicht zum Aufruhr aufreitzen, sondern nur zu Vertheidigung gegen die ráuberischen Serben und Raitzen auffordern wollen;

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