György, Josef: Die Goethe-Sammlung Balthasar Elischers in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (A MTAK kiadványai 39. Budapest, 1963)

„Freie Deutsche Hochstift für Wissenschaft und Künste und allgemeine Bildung in Goethes Vaterhause", das ihn 1863 zum Honorarmitglied und „Meister", 1876 zum Pfleger des Goethehauses erwählte und ihm darüber ein Ehrendiplom ausstellte. 6 3 Elischer suchte alljährlich die böhmischen Bäder (Karlsbad, Marienbad) auf, in denen Goethe einst weilte, und er sorgte jedesmal dafür, auch materielle Opfer nicht scheuend, die Erinnerung an den Dichter auch hier lebendig zu erhalten. Auf seine Veranlassung wurde an dem Marienbader Gasthof Zur Goldenen Traube, wo Goethe gewohnt hatte, eine Gedenktafel angebracht. 6 4 Am 1—2. Juni 1879 nahm er an der Wanderversammlung des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen, die in Eger stattfand, teil, wobei ein „Goethe-Stein" eingeweiht wurde, auch war er bei der Enthüllung des auf dem Kammerbühl den 4. Sept. 1884 enthüllten Goethedenkmals zugegen. Aus der Reihe der Goethe-Forscher stand Friedrich Zarncke 6 6 seit 1878 mit Eli­scher in regem Briefwechsel; Zarncke nahm zu seiner Goethe-Ikonographie — obwohl er selbst auch über eine reiche Sammlung verfügte — das Material und die Hilfe Eli­schers wiederholt in Anspruch und veröffentlichte in seinem Werke die Silhouetten, sowie einige Bilder der Elischerschen Sammlung. Mit einer ähnlichen Bitte wendete sich 1885 der Marburger Archivar G. Könnecke 6 6 an Elischer und erhielt Photogra­phien von der als Unikum geltenden Silhouette, die Goethe um das Jahr 1762 darstellt. Besonders warme Freundschaft verband Elischer mit Hermann Rollett 6 7, der ebenfalls Goethe-Bildnisse veröffentlichte. Als 1885 in Weimar die Goethe-Gesellschaft gegründet wurde, traten ihr 6 Mitglieder aus Ungarn bei, Elischers Name aber findet sich erst in denken andere nur an den Nutzen, an die Freude, welche sie dem Publikum gewähren können. So hat der Advocat Elischer aus Pesth zur Goethe-Ausstellung einen Band in gross Folio übersandt, der alle Bildnisse von Goethe und seinen Freunden vereinigt und „er wollte ihn nicht geheim gehalten, sondern für Jedermann ausgelegt haben, denn er sammele nicht als Geizhals." So ist dieser kostbare Band der Obhut des Publikums anvertraut und noch nicht beschädigt worden. Herr Elischer hat die weite Reise von Pesth allein um der Goethe-Ausstellung willen unternommen und seine schöne und reiche Sammlung durch Ankauf wertvoller Gegenstände, die sich auf Goethe beziehen, noch vermehrt. Die Ausstellung dankt seiner seltenen Liberalität schöne Beiträge und sicher ist ihm das Publikum dafür eine dankbare Anerkennung schuldig. Vor einigen Tagen ist er in seine Heimat zurückgekehrt." 63 Das Freie Deutsche Hochstift wurde von Otto Volger (1822—1897) gegründet, der es bis 1881 leitete. Das Hochstift betreute auch das Museum in Goethes Vaterhause. Die Originaldoku­mente und die drei Briefe der Leitung des Hochstifts (19. Okt. und 16. Dez. 1863, 12. Juli 1878) finden sich in der GS, unter den Personalien. Bemerkenswert ist der inoffizielle Nachtrag des Schriftführers Schideck vom 20. Dez. zu dem am 16. Dez. datierten Brief, in dem er Elischer von der Möglichkeit des Ankaufs eines Goethe-Bildnisses verständigt. 64 J. D. Halbmayr, der Besitzer des Hotels Klinger, dankt in einem Briefe an Elischer vom 2. Aug. 1864 für die Initiative. „Seit gestern prangt die Gedenktafel stolz an der „Gold. Traube", Jedem verkündigend : Hier wohnte der grösste deutsche Geist." Pukánszky spricht irrtümlich von einem Hotel „Zur goldenen Taube". Der Brief Halbmayrs und das Programm der VIII. Wander­versammlung: GS. 65 In dem Werke des Leipziger Universitätsprofessors und Germanisten Friedrich Zarncke (1825—1891): Kurzgefasstes Verzeichnis der Originalaufnahmen von Goethe-Bildnissen. Abhand­lungen der Kön. Sächs. Gesellschaft der Wissenschaften. Phil. -hist. Klasse. Bd. 11. — Die Briefe an Elischer : GS Personalia. Den erwähnten Brief veröffentlichte Pukánszky а. а. О. im Anhang unter N0. 5—12. 66 Gustav Könnecke: Bilderatlas zur Geschicte der deutschen Nationalliteratur Marburg 1895. Seine Briefe vom 9. Juli, 30. Aug. und 11. Okt. 1885: GS. 67 H. Rollett (1819—1904), Staatsarchivar, Schriftsteller. Im Vorwort zu seinem Werke: Die Goethe-Bildnisse 1881—1883 erwähnt er mit Worten des Dankes Balthasar Elischer und seine Sammlung. Zarncke und Rollett arbeiteten eine Zeitlang gemeinsam, später aber trat zwischen ihnen eine Entfremdung ein. Die Briefe Rolletts vom 6. Juni und 18. Sept. 1888: GS. Veröffent­licht von Pukánszky а. а. О. im Anhang unter N0. 14—15. 20

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