Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

Die aus Anthropologen bestehende Arbeitsgruppe von Kinga Éry unterzog die Skelette des Königspaares und der Personen I/3G5 so­wie I/4H6 sehr eingehenden anthropologischen Untersuchungen (Éry, 2008). Dabei berechneten sie das anthropologische Lebensalter zum Zeitpunkt des Todes (angegeben in der Tabelle 3) sowie die Körper­größen. Die Körpergröße von Béla III. ergab 186,61 cm (bzw. 185,83 cm), während die Körpergröße der Anna von Antiochia mit 161,69 cm (bzw. 161,46 cm), die Körpergröße des Skeletts 1/3 G mit 162,07 cm bzw. die Körpergröße des Skeletts I/4H mit 178,18 cm ermittelt wurde. Beim Skelett G konnte nur theoretisch angenommen werden, dass es sich um einen in Székesfehérvár begrabenen König aus dem Arpadenhaus handeln könnte. Zur Sprache kamen die Namen Kolo­man der Buchkundige (Tl 116), Béla II. (der Blinde) (t 1141), Géza II. (+1162), Ladislaus II. (+1163) und Stephan IV. (t 1165), doch wurden sie alle wegen der geringen Abweichung zwischen dem bekannten Lebensalter der genannten Könige und dem anthropologisch be­stimmten Lebensalter ausgeschlossen. Koloman der Buchkundige wegen des Fehlens von osteologischen Beweisen für die Ohrent­zündung und Béla II. wegen der fehlenden Knochenfunde bezüglich der Blendung im Jugendalter wurden als theoretische Möglichkeiten ausgeschlossen (Éry 2008, 89-91). Das Grab H ist laut archäologischen Daten auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zu datieren, als wiederum keine erwachsenen Kö­nige in Székesfehérvár begraben wurden. An dem hier gefundenen Skelett waren die Anzeichen von DISH (Diffuse idiopathische Skelett­hyperostose, Morbus Forestier) eindeutig erkennbar, doch wurde das Krankheitsbild nicht benannt. Die endgültige Diagnose wurde von Jözsa (Jözsa 2010) sowie von Jözsa und Forgács (Józs-Forgács 2009) 88

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