Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

die im Vergleich zum Zeitalter von Béla III. verhältnismäßig altmodische Art der Grabbeigaben nicht zu einer chronologi­schen Revision: wieso hätte man letztlich 1196 ausschließlich in 1196 gefertigte Gegenstände neben den Leichnam des Kö­nigs legen sollen? 2. Die paläopathologischen Untersuchungen zeigten, dass es auf häufige Geburten hindeutet, dass sich die Gelenksober­flächen der Schambeinknochen stark voneinander entfernt haben. Gyula Regöly-Mérei wies auch nach, dass die sterbli­chen Überreste der Anna von Antiochia Spuren einer solchen Osteoporose bewahren, die von oftmaligen Geburten verur­sacht werden (Regöly-Mérei 1968). Und Königin Anna hat nunmal sieben Kinder zur Welt gebracht, während die erste Gattin von Koloman dem Buchkundigen, Felizia von Sizilien, nur drei. 3. Im Zentrum für Onkologische Bildgebung und Invasive Di­agnostik des Landesinstituts für Onkologie machte Dr. Má ­ria Gödény Computertomographiebilder (CT-Aufnahmen). Denn in der Bilderchronik ist zu lesen, dass Koloman unter schweren Kopfschmerzen litt und sein Arzt ein Pflaster auf sein Ohr klebte, durch das „nicht wenig Gehirnmasse“ ent­wich. In Wahrheit beschrieb der Chronist die Symptome ei­ner eitrigen Mittelohrentzündung. Dieses Krankheitsbild geht immer mit Knochenverfall einher, doch waren die Knochen auf dem CT-Bild des im Dezember 1848 offen gelegten männ­lichen Schädels gut erhalten, an ihnen war keine Art von Kno­chenschädigung zu sehen (Bild 16), d. h. er litt nicht an der Krankheit von Koloman dem Buchkundigen. 86

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