Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten
fixen verzierten Kupfersärgen im Sarkophag der Unterkirche untergebracht. Die erste Kupferkiste beinhaltete das von Érdy im 3. Grab gefundene (das später als Nr. II/52_3 angegebene) kopflose Skelett und das aus dem 4. Grab stammende Skelett des 7-8 Monate alten ungeborenen Fötus. In die zweite Kupferkiste kam das später mit Nr. I/3_G5 angegebene Skelett aus der Ausgrabung der Grabkammer G durch Imre Henszlmann von 1874. In die dritte Kupferkiste legte man das Skelett Nr. I/4H6, das man bei der Ausgrabung von Imre Henszlmann 1874 in der Grabkammer H gefunden hatte. Inhalt der vierten Kupferkiste: die von den Ausgrabungen von Imre Henszlmann in den Jahren 1862 bis 1874 erhalten gebliebenen und nach ihrer individuellen Trennung abgesonderten 14 Einzelskelette, von denen elf zu den Toten der Erdgräber innerhalb der Basilika (Grabgruppe II) und drei zu den Toten des Gebiets östlich der Mauern der Basilika (Grabgruppe VI) gehörten. Eine neuerliche und somit dritte Untersuchung der königlichen Gebeine erfolgte 1967. Zur anthropologischen Untersuchung wurde der Anthropologe Tibor Tóth eingeladen, während die Untersuchung der Funde vom ärztlichen Aspekt der Pathologe und Paläopathologe Gyula Regöly-Mérei durchführte (Regöly-Mérei 1968). Die Untersuchung erstreckte sich auf das Lebensalter und die Körpergröße sowie mit Hilfe der radiologischen Aufnahmen von Zoltán Zsebök auf eine Überprüfung der pathologischen Läsionen, während der Gerichtsmediziner László Harsányi gleichzeitig die Blutgruppe sowie neuerlich das Lebensalter bestimmte. Ihre Ergebnisse stimmten vollkommen überein, sie schätzten das Lebensalter von Béla III. auf 48-52 und seine Körpergröße auf 180,67 cm (Mittelwert). Am Schädel von Béla III. bemerkten sie entlang der Sutura lambdoidea jenen eingedrück- 82