Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten
Mit den Erdschichten der Ausgrabungen von 1848 beschäftigte sich Piroska Biczó in ihrem bei der Gedenkfeier für János Érdy ge haltenen Vortrag detailliert wie folgt (Biczó 1999). In der Nähe des Grabes begann eine neue Untersuchung: „während der Arbeit kam unter der aufgefüllten Erdschicht gleich ein zerbröckelter Wandputz zum Vorschein“ - schreibt er und führt die beim Tiefergehen nacheinander folgenden Schichten auf. Aus dem Halbsatz „während der Arbeit kam unter der aufgefüllten Erdschicht gleich ein zerbröckelter Wandputz zum Vorschein“ können wir darauf schließen, dass Érdy neben der durch die Erdarbeiten freigelegten Fläche die Erforschung einer neuen und noch unberührten Fläche begonnen hatte. Aufgrund der Vermessungszeichnung über die Fundsicherung - die den Sockel des südlichen Segmentes des bis heute erhaltenen dritten Pfeilers aufführt - kann die Position der seitdem verschwundenen Grablöcher genau bestimmt werden. Über die freigelegten Schichten sind bis heute zwei Zeichnungen erhalten geblieben, die in der Historischen Datenbank des Ungarischen Nationalmuseums aufbewahrte, nach der Ausgrabung von János Varsányi angefertigte farbige Federzeichnung und die im Anschluss daran in einer Publikation von Érdy erschienene Zeichnung (Érdy 1853). Der Rohentwurf der technischen Zeichnung dürfte am Standort gefertigt worden sein, ist jedoch nicht erhalten geblieben. Érdy reiste gemeinsam mit dem die Zeichnung anfertigenden János Varsányi „der als Ingenieur und geschickter Zeichner auch in meinen früheren archäologischen Reisen mein Weggefährte und Helfer war“ nach Székesfehérvár. Beim Vergleich der farbigen Federzeichnung und der Zeichnung der Publikation sind die zeichnerischen Lösungen identisch, doch enthält die farbige Zeichnung mehr Buchstabenangaben zur Unterscheidung 75