Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

graben wurde. (Bisher wussten wir nichts von den Steinwandgräbern aus der Arpadenzeit in der Königsbasilika.) Von den fünf Gräbern und den in ihnen liegenden Skeletten fertigte Ingenieur Varsányi vor Ort eine Zeichnung an (Bild 13), die er auf Wunsch von János Érdy mit nach Székesfehérvár brachte. Am 17. Dezember 1848 brachte János Érdy nur mehr vier Skelette nach Budapest, die im fünften Grab gefundenen Knochenüberreste waren in so schlechtem Zustand, dass man sie nicht aufbewahrte. Noch im Dezember 1848 wurden die vier Skelette in Budapest von einer Ärztekommission mit unbekannter Zusammensetzung unter­sucht. Über den Fund des 4. Grabes wurde Folgendes geschrieben: „weiblich; das Lebensalter kann zwischen 20-30 Jahre geschätzt wer­den; bei dem auf der linken Seite des Beckens gefundenen Skelett kann es sich dem unentwickelten Knochenzustand nach zu urteilen um die Überreste eines 7-8 Monate alten unentwickelten Fötus han­delt. Die Lage der gefundenen Frau zeigt, dass sie im schwangeren Zustand verstorben ist.“ (Ungarisches Nationalmuseum, Historische Datenbank) Angesichts der Tatsache, dass das zum Fötus gehörende weibliche Skelett verloren ging, ist unter den derzeitig vorhandenen Skeletten keins zu finden, das aufgrund der archäologischen Daten mit dem Fötus in Verbindung gebracht werden könnte. (Biczö 2016) Wie wir allerdings schon erwähnten, verweist die 2019 durchgeführ­te genetische Untersuchung des Fötus auf die Identität der Mutter und des Vaters. 73

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