Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

6. KAPITEL – Morphologische Untersuchung der Knochenstrukturen

1967 wurden die Gebeine des Königspaares durch den Budapester Pathologen und Paläopathologen Gábor Regöly-Mérei untersucht. Damals wurde von der Knochenrinde des linken Femurs der Anna von Antiochia auch ein histologischer Querschnitt angefertigt, von dem eine um 8 x 6,3 vergrößerte Abbildung veröffentlicht wurde (Regöly-Mérei 1968, 445; Bild 5). Darauf ist eine postmortal äußerst geschädigte Knochenstruktur zu erkennen, die Bild 20 ähnelt, doch Regöly-Mérei erwähnt auch jeweils einen erhaltenen Havers-Kanal. Diese histologische Untersuchung untermauerte jedoch unsere Be­obachtung, wonach die DNA aufgrund der postmortal stark in Mit­leidenschaft gezogenen Knochenstruktur der Anna von Antiochia stark beeinträchtigt sein muss (s. auch Unterabschnitt 5 des 7. Kapi­tels). Neben dem Zustand der Knochenstruktur und der diesbezüg­lichen DNA-Fragmentierung beeinflussen auch die Lokalisierung einiger A-STR-Marker und die Struktur der lokalisierungsgemä­ßen Chromosomenregion die mittels PCR-Amplifikation erfolgende Nachweisbarkeit der untersuchten Marker. Daher ist bei der Interpre­tation der Resultate äußerste Umsicht geboten und diese sind nach Möglichkeit auch mithilfe der DNA-Sequenzierung zu kontrollieren. 119

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