Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)
4. KAPITEL – Paläopathologische Untersuchungen
Die Oberschenkelhälse sind ungleich lang, der rechte Oberschenkelhals ist 28 mm lang, der CCD-Winkel beträgt 123 Grad. Der linke Oberschenkelhals misst 25 mm, der CCD-Winkel beträgt 121 Grad. An beiden Fersenbeinen Enthesopathie am Ansatz der Achillessehne, links ausgeprägter. Beide Tuberositas tibiae vorspringend mit rauer Oberfläche (geheilter Morbus Osgood-Schlatter?). Luzsa erwähnt den Röntgenbefund der Schienbeine nicht, anhand der veröffentlichten Aufnahme von anterior nach posterior lässt sich nicht feststellen, ob der Vorsprung der Tuberositas tibiae wirklich eine Läsion des geheilten Osgood-Schlatter darstellt. Da der Unterkiefer fixiert war, konnte ich keinen Zahnstein von den Schneidezähnen entnehmen. Die Zähne wiesen im Übrigen minimale Zahnsteinablagerungen auf. Skelett der Anna von Antiochia: An beiden Kniescheiben enthesiopathische Osteophytenbildung am Ursprung der Kniescheibensehne. Der CCD-Winkel des Oberschenkelknochens beträgt rechts 130 Grad, linker Winkel nicht messbar. Der rechte Oberschenkelhals ist 19 mm lang; steiler Stand (Coxa valga). Schienbeine unterschiedlich lang. Rechtes Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) sind 32 cm lang, linkes Schien- und Wadenbein sind jeweils 36 cm lang, letzteres ist geschwungen. 10 rechte Rippen, 11 linke Rippen, beide Scapulae, Claviculae, Humerus, Radius, Ulna ohne makroskopisch erkennbare pathologische Abweichung. Die Zähne wiesen keinen Zahnstein auf. 105