Miklós Kásler - Zoltán Szentirmay (szerk): Identifizierung der Skelette von Angehörigen des Arpadenhauses in der Matthiaskirche. Unter Verwendung von historischen, archäologischen, anthropologischen, radiologischen, morphologischen, Radiokarbondatierungs- und genetischen Daten (Budapest, 2021)

3. KAPITEL – Archäologische, anthropologische und radiologische Daten

haben wir lediglich zwei interessante und lehrreiche Dinge her­vorgehoben: die aus einem unbekannten Grund durchgeführte Schädeltrepanation von Béla III. und das angenommene Vertau­schen des von Érdy 1848 im 3. Grab gefundenen Skeletts. Die symbolische Trepanation wurde ausschließlich bei Erwachsenen beobachtet. Mit der Verbreitung des Christentums verschwand der Brauch, und gerade deshalb ist es sonderbar und bis heute unerklärlich, dass die symbolische Trepanation auch weit nach der Christianisierung ohne jeden Zweifel am Schädel von König Béla III. zu finden war. Das auch gegenwärtig in der Unterkirche der Matthiaskirche gehütete, aus dem dritten Grab stammende Skelett Nr. II/52_3 hielten Éry und ihre Arbeitsgruppe für nicht mit dem ursprüng­lichen identisch, sie dachten, es hätte einen unbekanntem Ur­sprung bzw. wäre vertauscht worden, weshalb sie es nicht in die Monografie aufnahmen. Bei der Feststellung des unbekannten Ursprungs stützten sie sich übermäßig auf die anthropologische Altersbestimmung, was aber bei einem stark beschädigten Ske­lett nicht vertrauenswürdig ist und wie wir sahen, erwies sich ihre Schlussfolgerung als fehlerhaft. 101

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