Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Tomka, Péter: Christ oder Heide? Das Grab 317 von Táp-Borba

ZALAI MÚZEUM 11 2002 Tomka, Péter Christ oder Heide? Das Grab 317 von Táp - Borba Der wichtigste Fund des Grabes Nr.317 von Táp ­Borbapuszta, ein schönes Kreuz, ist in Fachkreisen schon bekannt. Nach einem Kurzbericht in Archaeolo­giai Értesítő hat Prof. István Bona den Fund zuerst erwahnt (TOMKA 1984, 274; BÓNA 1982-83, 130­131, Fussnote 29), spater habé ich selber die Photoauf­nahme zur Veröffentlichung freigegeben (GLI AVARI 1995, 86, dort auch einige weitere Funde des Gra­bes).Der Fund wird in nachster Zeit auch durch Frau Éva Garam behandelt, gleichzeitig beschaftigt sich mit den Kreuzen der Awarenzeit eine zukünftige Diplomar­beit an der Universitât in Szeged. Es ist also für mich als Ausgraber höchste Zeit, eine kompiette Publikation vorzulegen: Ich möchte mir jetzt diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, obwohl ich das Gefühl habé, mit der Aufarbeitung des Graberfeldes im Allgemeinen und mit der Analyse der vielseitigen Problematik des Fun­des im Besonderen noch nicht fertig zu sein. Der Fundort liegt im Komitat Győr-Moson-Sopron, etwa 25 km südlich von Győr, in Sichtweite des Klo­sters in Pannonhalma. Die Gegend ist durch nördliche, hügelige Auslaufer des Bakony-Gebirges gekennzeich­net, zwischen den niedrigen Hügelrücken befínden sich wasserreiche Taler, flache Plateaus, die sanften Hangé waren schon in der Römerzeit als Wein- und Obstgarten benutzt, also eine schöne pannonische Landschaft (Abb. 1.). Fundgeschichte Seit 1965 grub ich in Táp fast jedes Jahr mit klein­gewerblichen Methoden ein bischen weiter. Der letzte Einsatz war im Jahre 1987. Ob das Gráberfeld völlig ergraben ist, bleibt fraglich. Wir konnten 446 Graber systematisch erforschen, dazu kommen noch 11 Graber, die durch den Schotterabbau schon vor dem Beginn der Fundbergung vernichtet worden sind, von denen aber doch gewisse Informationen zur Verfügung stehen. Die Süd- und Westseite scheint gesichert zu sein, ostwârts fehlen noch einige Qudrate, die aber nicht viel Erfolg versprechen. Man sollte vielleicht nach Nordwesten weiter graben, um die Grenze sicher zu erreichen. Die Schottergrube ist inzwischen stillgelegt worden, das Geld ausgegangen, mit dem politischen Wechsel eine Menge Grossinvestitionen, damit dringende Fundret­tungen dazwischengekommen. Ich habé den Grâberfeldplan einer groben, vorlâufi­gen Analyse unterzogen (erste Schritte zur sog. Hori­zontahtratigraphié). Der Grâberfeldplan zeigt heute ein langgezogenes Bild, mit einigen Auslaufern nach links (d.h. ostwarts), einer Sondergruppe in der Nord­west-Ecke und mit gewissen Verdichtungsarealen, besonders in Südosten, wo auch regelrechte Gráberrei­hen zu beobachten sind. Chronologisch gesehen: die frühesten Graber befínden sich im Nordwesten, die spa­testen im Süden-Südosten, die Belegung erfolgt also fast ohne Unterbrechung von Nordwesten nach Südo­sten. Um diese Behauptung zu untmauern, lege ich zwei Plane vor. Plan 1. zeigt die erste Kartierung des Gürtelzierates der Mannergraber (Abb. 2.). Die Mehr­zahl der Graber enthielt Blechgarnituren (gepresst oder graviert ), sie gehören der Mittelawarenzeit an - eine Unterteilung konnte ich mangels weiterer Restaurie­rungsarbeiten noch nicht durchführen. Es gibt ein ein­ziges Grab (Grab Nr. 437), das mit seinen kleinen Pseu­dobeschlâgen frühawarischen Charakter besitzt 1 . Zwi­schen den mittelawarischen und spatawarischen Garni­turen befindet sich eine Kontaktzone (fliessender Über­gang), wo man bei Blechgarnituren solche Eigenschaf­ten beobachten kann, die auf Spátawarisches hindeuten (z.B. aus starkeren Blech ausgeschnittene Lochschützer oder Greifenbeschlage aus Blech gepresst), dann gegossene Garnituren, die mit einigen Blechstücken ergánzt sind. lm oberen Teil der Südgruppe konzentrie­ren sich die gegossenen Greifen-Garnituren, südlich davon habén wir die spatesten Rankenbeschláge gefun­den. Auf Plan 2 sind die leicht erkennbaren Ohrgehân­getypen zu sehen (Abb. 3.): mit Punkt markiért diejeni­gen mit hohlem Blechanhanger (meistens Bommelohr­ringe, zwei davon mit Granulation versehene lângliche goldene Zylinder: Grab Nr. 392 und eben das Grab 317), mit Dreieck bezeichnet die spaten Typen mit ova­lem Ring. Zwischen diesen beiden markanten Gruppén sind Ohrringe mit rundem Ring und Perlenzier zu fin­den, mit und ohne Blechmantel, in verschiedenen Grös­sen - die möchte ich noch náher betrachten, darum feh­len sie vorlaufig auf dem Plan. In dem nordwestlichen, frühen Areal kommt der einzige Totenobolus vor (Grab Nr. 383, zur Totenoboli s. GARAM 1978), ein wenig südöstlich davon, in unmittelbarer Náhe zueinander die zwei aus Blech gepressten Agraffenpaare ( Grab 286 2 und wieder unser Grab 317). All das beweisst den

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