Zalai Múzeum 10. 50 éves a Zalaegerszegi Göcseji Múzeum (Zalaegerszeg, 2001)
Horváth, László András: Neue Angaben zum Übergang von der Kupfer- bis Frühbronzezeit in Südwestungarn
Neue Angaben zum Ubergang von der Kupfer- bis Frühbronzezeit in Südwestungarn 57 454). In diese Kultur und Zeit können wir problemlos unsere obenbehandelten Funde einreihen. Die Frage ist nur, mit welcher Kultur die Hersteller der letztgenannten Funde gleichzeitig lebten. Es ware sehr angenehm, die Vucedol-Kultur im westlichen Gebiet des Komitates Zala mit der spâten (spatesten) Phase der Badener Kultur zu parallelisieren, worüber wir schon früher behaupteten, daB die letzte nur die östliche Halfte unseres Sammelgebietes besiedelte. So könnten die Vucedol-Funde dieses Besiedlungsbild gut erganzen. In diesem Fall spielt aber die Tatsache eine groBe Rolle, daB diese Phase der Vucedol-Kultur von St. Dimitrijevic schon in die letzte oder ' С -Période, knapp vor die früheste Bronzezeit datiert wurde (DIMITRIJEVIC 1977-78, 11; DIMITRIJEVIC 1982, 451-455). Es ist weiters nicht uninterressant,daB St. Dimitrijevic diese Phase in seinem letzten Artikel mit dem slawonischen (Laibach)-Typ gleichalt nannte (DIMITRIJEVIC 1982, 452). DemgemaB sollte die Badener Kultur im behandelten Gebiet diese Zeit und damit auch den Anfang der Bronzezeit erieben. Damit parallel sollten die Gemeinschaften der Kostolac-Kultur in Transdanubien gelebt habén, obwohl ihre Spuren in der Umgebung unserer hier behandelten Fundorte nicht zu finden sind. Im westlichen Grenzgebiet Ungarns verfügen wir leider über keine authentischen Fundkomplexe hinsichtlich der Chronologie, wie z. B. südlich von unserem Gebiet, wo das Nacheinander der Badener, Kostolac- und VucedolKulturen durch Stratigraphien belegt und ihr relativchronologisches Verhaltnis klarbar ist (ECSEDY 1983, Abb. 10; ECSEDY 1979, 107-108; BÓNA 1992a, 14; DIMITRIJEVIC 1977-78, 11; DIMITRIJEVIC 1982,451). So bleiben unsere oben erwahnten chronologischen Erörterungen vorlaufig nur Arbeitshypothesen. Die Bronzezeitforscher sind darin einig, daB die erste Kultur dieses Zeitalters in Südwesttransdanubien die Somogyvár-Vinkovci-Kultur war, die sowohl die erste als auch die zweite Période der Frühbronzezeit ausfüllte (BANDI 1981, Taf. 12; BANDI 1982, Abb, 1; BANDI 1984, 118; BONDÁR 1998a, 21; ECSEDY 1978a, 188189; ECSEDY 1979, 102-111; ECSEDY 1995a, Abb. 3; KOVÁCS 1982, Abb. 1; KALICZ-SCHREIBER 1982, Abb. 2; KALICZ-SCHREIBER 1989, Abb. 2; KALICZSCHREIBER 1991, Abb. 8; KALICZ 1982, Abb 1). Ihre ethnische Grundlage bildeten die Tráger der spatbadener Kultur, einer der wichtigsten Auslösefaktoren dieses Vorganges war eben die Übernahme der hier behandelten Kupfermetallurgie der spâtvucedolschen Gemeinschaften (ECSEDY 1979, 114). Die jüngere chronologische Stellung der Somogyvár-Siedlungen zur ZókVucedol-Kultur ist durch stratigraphische Angaben gesichert (ECSEDY 1983, Abb. 10; ECSEDY 1979, 107108; DIMITRIJEVIC 1977-78, 11; DIMITRIJEVIC 1982, 451; BÓNA 1992a, 14; TASIC 1984, 24-25). Heute ist es schon klar, daB wir mit der Existenz der ersten bronzezeitlichen Kultur im Komitat Zala nicht nur auf dem westlichen und südwestlichen Teil, sondern auf dem ganzen Territórium rechnen müssen. Zur Zeit kennen wir hier 22 Fundstellen der SomogyvárVinkovci-Kultur (BONDÁR 1995, Fig. 19, 250-254; BONDÁR 1998a, 28-29 und Abb. 2). Nachweise einer selbstandigen Métallurgie konnten bis dahin nur in Zalaszentbalázs-Temető-Flur gefunden werden, wo die GuBform einer Nadel ans Tageslicht kam (BONDÁR 1995, 214-215, Pl. 179, 432). 28 Die Métallurgie kam in Ungarn im Laufe der Spatkupferzeit (Badener Kultur) nach einem groBen Verfall zu einer Neubelebung (BÓNA 1992a, 11). Der Kreis der in der vorliegenden Studie behandelten Áxte der Endphase der Kupferzeit ist aus der frühbadener (bolerázer) Metallkunst (ECSEDY 1978b, 167, Taf. XI, 1, 3-4; Taf. XII, 1-2) gewiB nicht abzuleiten. AuBer den neuen Formen, d. h. den Axttypen Fajsz-Bányabükk und Kömlőd, gehören eine neue Technologie, die ZweischalenguBform und von der spatesten Vucedol-Periode die ersten Zinnbronzegegenstande zu den Neuerungen. 29 Die frühbronzezeitliche Metalltechnologie im Karpatenbecken entwickelte sich also zur Zeit der spátkupferzeitlichen Vucedol-Kultur. 30 Die Nachweise dieser Métallurgie sind u. a. in Zók-Várhegy vertreten, wo in der Siedlung der Vucedol-Kultur in zwei kleineren Bereichen Nachweise einer örtlichen Metallerzeugung: GuBformen, GuBtiegel, Blasröhre und ein Schmelzofen erschlossen wurden (ECSEDY 1983, 72-85; ECSEDY 1995b, 33-34). Parallel mit dem Verschwinden der materiellen Kultur der spâten Badener Gruppén können wir auf dem ganzen behandelten Gebiet das Erscheinen der charakteristischen frühbronzezeitlichen Métallurgie beobachten, die vielleicht vom Síiden her, wahrscheinlich eben mittels der Vucedol-Kultur in das Karpatenbecken gelangte (ECSEDY 1979, 111). Diese metallurgische Tâtigkeit setzte sich in der frühbronzezeitlichen Somogyvár-Vinkovci-Kultur fort, wo die Erzeugung der Kömlőd-Áxte noch in der Spátphase nachzuweisen ist. 31 Kehren wir zur kulturellen Einordnung unserer oben behandelten Axt zurück, können wir die Folgenden feststellen: Die Áxte vom Kozarac-Kömlőd-Typ wurden an der Wende des Kupfer- und Frühbronzezeit des Karpatenbeckens in zwei verschiedenen Horizontén, von der spatkupferzeitlichen Vucedol-Kultur bis zur frühbronzezeitlichen Somogyvár-Vinkovci-Kultur erzeugt. Da, wie gesehen, beidé Kulturen auf unserem Sammelgebiet heimisch waren, kann unsere Axt beider Kulturen angehören. Áhnlicherweise helfen die Fundumstánde bei der kulturellen Zuordnung nicht. Zu diesem Einzelfund vergesellschafteten sich keine genauer datierbaren Beifunde, vor allém GefáBbruchstücke. So ist es ohne eine Ausgrabung nicht zu