Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

B. Hellebrandt Magdolna: Keltische Eroberung und Ansiedlung in Nodrungarn

ZALAI MÚZEUM 8 1997 B.Hellebrandt Magdolna: Keltische Eroberung und Ansiedlung in Nordungarn Bei der Überschau des sich auf mehrere Jahrhunderte beziehenden Materials der Altertumsforschung des Zeit­alters der Kelten zeichnet sich vor uns der Ablauf der Eroberung Nordungarns durch die Kelten mit grofier Wahrscheinlichkeit ab. Etwa um 400 v. Chr. setzten die Kelten im Donau­knie über den Fluft. Ihr Bedeutendes frühes Erinne­rungsmaterial ist aus Pilismarót (BOGNÁR-KUTZIÁN 1975. 35-46.), aus Kösd (PETRES - SZABÓ 1992. 91­93), sowie von der Vácer keltischen Begrábnisstátte (HELLEBRANDT 1994. Tafel 2) bekannt, wo zum Bei­spiel situla- und linsenförmige Flaschen vorgekommen sind. Am Fuite des Mátragebirges markieren die Funde von Hatvanboldog, Hatvan-Bajpuszta, Hort und Petőfi­bánya den Weg ihrer Eroberung. Weiter in östlicher Pvichtung können wir ihren Spuren am Zusammentref­fen des Bükkgebirges und des Tieflandes auf dem Wege über Muhi-Kocsmadomb, Kistokaj, Csobaj, Méra und Novajidrány bis nach Munkács folgen. Übersehen wir das wichtigste Fundmaterial! Das Fundmaterial der Altertumsforschung von Hat­vanboldog ist aus Teilpublikationen (HUNYADY 1944. 1942., MÁRTON 1933-34., PETRES - SZABÓ 1985. 1992.) bekannt. In der Brandbestattung von Hatvan-Baj puszta (HEL­LEBRANDT 1992.) ist die Schüssel mit Hornhenkeln (Abb. 1.) hervorzuheben. Eine Analogie dazu ist die áhnlich verzierte Schüssel im Grab 376 von Pilismarót (BOGNÁR-KUTZIÁN 1975. II. Tafel, III. Tafel 1.). Schon langer bekannt sind die Schüsseln aus Stomfa (HUNYADY 1942. LVI. 1-7.), Dürrnberg 37/2. Beila­ge, sowie aus dem Oggauer Grab 8. Die Anwendung von sich gegenüberstehenden Tierköpfen in der Verzie­rung ist auch bei anderen Gegenstánden zu beobachten, so zum Beispiel bei Halsreifen (FILIP 1961. XXII., FREY-SZABÓ 1991. 478.). Vom Gelánde Muhi-Kocsmadomb habén wir seit dem Jahre 1890 Angaben (SZENDREI 1890. 191-192.). 1930, 1932 und 1934, 1937 hat Andor Leszih (LESZIH 1939. 1-20.), dann die Verfasserin (HELLEBRANDT 1990., Corpus II. Akademische Druckerei) 1972-74, 1977 Ausgrabungen durchgeführt. Eine neue Erschlie­fiung hat der Fund der mit Drachen verzierten Schwert­scheide (HELLEBRANDT 1990 Corpus II. und PET­RES - SZABÓ 1992. 95.) in Gang gebracht (Abb. 2.). Wir hatten die Móglichkeit, den von Andor Leszih ge­fertigten Graberfeldsplan und den der von uns aufge­schlossenen Graber auf einer Karte aufzuarbeiten. Es konnten insgesamt 45 Graber registnert werden, von denen man zehn als keltisch annehmen kann. In den Grabern aus der Skythenzeit befanden sich keine Waf­fen, Eisenmesser waren in sieben Grabern (2, 5, 6, 10a, 12, 13 [2 Srücke], 22), Axtstöcke aus Eisen in drei Grabern (A. D. und IV.) vorhanden, und im Grab 10 wurden zwei Pfeilspitzen entdeckt, dagegen sind 12 Spinnwirtel zum Vorschein gekommen. Von den Keltengrábern lagen in drei mit Schwertern Bewaffnete (43, 38, 23), Lanzenspitze fand man noch im Grab 41, Messer auch noch in den Grabern 24, 28, 38, 42 und im letzteren auch ein Spieft dazu. Ein typi­scher keltischer Frauenschmuck kam nur neben dem Skelett im Grab 25 zum Vorschein, aber damit zusam­men wurden in der Gesellschaft verschiedene, sogar mit der Hand geformte kleine Gefáfte, auch mit der Töpfer­scheibe geformte Töpfe gefunden, und die Grabbeigabe der auf einen aus dem Osten stammenden Glauben hin­weisenden Cyprea-Schnecke, die in Skythengrabern oft vorkommt (HELLEBRANDT 1986-87. 118). Auf Grund all dessen können wir feststellen, daft die Kelten hier eine friedliche, Ackerbau betreibende Bevöl­kerung der Skythenzeit angetroffen habén, diese dann ihre Toten in der Begrábnisstátte der Skythen begraben habén, wobei auch Überschichtungen vorgekommen sind, aber keine einzige keltische Grabstátte überschnitt ein Grab der Skythenzeit. Nach unseren Beobachtungen ist ein Teil der Bestattungen um die Graber 23, 38, 43 mit Schwertern herum angeordnet, so daft zum Beispiel in der 43 keltischen Gruppé auch die Grâber 44, 45 ­sind, das heiftt, Graber mit skythischem Fundmaterial. Ein Beispiel für Gruppenbestattungen konnten wir im keltischen Friedhof von Vác-Kavicsbánya sehen, wo wir Gelegenheit hatten, den vollstándigen Begrábnisplatz zu erschlieften (HELLEBRANDT 1994. Tafel 29). In Muhi setzt sich die keltische Begrábnisstátte in ost-nordöstlicher Richtung fort, im Herbst 1992 sind ein Armreif und eine Lanzenspitze (Abb. 3.) im Garten von Frau Sándor Nagy beim Pflügen zum Vorschein gekom­men (HOM Ltsz. 93.126.8.9.). Der Armreif ist aus Bronze, geperlt und die einzelnen Glieder sind durch Stabglieder voneinander getrennt, im allgemeinen durch

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