Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Ramls, Peter C.: Die hallstatt-/latenezeitliche Siedlungsstruktur in Niederösterreich

54 Karl, Raimund einem zwischenzeitlichen Vorschlag zu kommen, der noch wesentlich prazisiert werden muli, da viele der „Leerraume" sehr wohl rein dadurch zu erklaren sein könnten, dali einfach keine Heimatforscher in diesen Bereichen tàtig waren. Dennoch, sehen wir uns erst einmal das Bild an, das sich unter diesem Aspekt ergibt (Abb. 5). Relativ siche­re Regionén lassen sich vor allem in den besser er­forschten Gebieten definieren. So, zum Beispiel, bildet das untere Traisental mit seinen geographischen Bedin­gungen als auch der Fundstellenhâufïing mit der Umge­bung des Göttweiger Berges eine relativ deutlich abzu­grenzende Region. Ebenso lalit sich als eine solche Region fur das Ge­biet des Horner Beckens und des anschlielienden mittle­ren Kamptals zusammenfassen, hingegen davon abge­grenzt aber direkt anschlieliend, die Region des Man­hartsberggebietes. Ebenso davon abgrenzen lâlit sich die Region am Oberlauf der Thaya um Waidhofen. Im Wiener Becken sieht die Situation in dieser Bezie­hung eher trister aus, einzig und alléin der Leithage­birgsabhang würde zumindest bedingt die Kriterien er­fiillen, aber durch den ziemlich schlechten Forschungs­stand im Groliteil des Wiener Beckens und die daraus resultierende Siedlungsleere lassen sich hier Regionén so gut wie gar nicht abgrenzen. Etwas besser ist hier wiederum die Situation im Weinviertel, wo sich doch einige solcher Regionén recht klar zu zeigen scheinen. So ist im Raum Hollabrunn (Oberlauf des Göllerbaches) eine deutliche Haufung von Siedlungsfundstellen zu bemerken, ebenso findet sich eine derartige Hâufung nördlich von Stockerau (Sen­ningbach/Rohrbach-Gebiet). An diese beiden Regionén anschlieliend finden wir um Mistelbach (Oberlauf der Zaya) eine weitere Region, zu der wahrscheinlich auch der Oberleiserberg bei Ernstbrunn gehort. Daran wie­derum anschlieliend findet sich eine weitere Region am Oberlauf des Rulibaches und eventuell dazugehórig die Region um Ganserndorf (Weidenbachtal). Aulierhalb dieser Gebiete sind die Siedlungen aber bereits wieder zu weit verstreut, um sie noch wirklich sinnvoll zusam­menfassen zu können. Die anderen Regionén, die sich auf der Karte befin­den, sind reine Vorschlâge, wobei versucht wurde, móg­lichst immer die Flulitaler voneinander zu trennen. 4.3. Mikroregionen Auf die Frage der Mikroregionen mochte ich nur ganz kurz anhand einiger weniger Beispiele (Abb. 6-8) eingehen. Diese sind, aufgrund des Forschungsstandes, meiner Einschâtzung nach gar nicht mehr auszuglie­dern, weshalb ich hier auch nicht einmal Vorschlâge markiért habé. Am Beispiel der ÖK 21, Horn (Abb. 6), zeigt sich, dali in diesem recht hàufig begangenen Gebiet sich den­noch nicht im geringsten mikroregionale Strukturen zeigen. Besser sieht dies schon auf der ÖK 24, Mistelbach (Abb. 7) aus, wo sich im Gebiet Asparn a.d.Zaya/Mi­chelstetten zumindest so etwas áhnliches wie eine Mik­roregion zeigen konnte. Hier finden sich auf engen Raum so viele Siedlungsfundstellen, dali hier zumindest der Gedanke aufkommen kann, dali wir hier eine Mik­roregion vor uns haben. Dennoch, wenn wir uns die um­gebenden Bereiche ansehen, stellt uns das Fehlen ande­rer Siedlungen wieder vor das Problem, dali diese „Mik­roregion" wahrscheinlich rein forschungsstandsbedingt ist. Ebenso zeigt sich dies auf der ÖK 42, Ganserndorf, wo im Bereich des mittleren Weidenbachs sich eine mikroregionale Struktur zu zeigen scheint, die aber ebenso wie im Raum Asparn a.d.Zaya/Michelstetten mit grolier Wahrscheinlichkeit nur den Forschungsstand wiederspiegelt. 4.4. Siedlungsareale Die Siedlungsareale, die kleinste Einheit des Sied­lungsbilds, lassen sich, zumindest in den besser er­forschten Gebieten, am bestén fassen. Deshalb möchte ich hier noch kurz auf einige Beispiele eingehen. Schon auf der ÖK 21, Horn (Abb. 6) mit ihrem doch verstreu­ten Bild latènezeitlicher Siedlungen, lassen sich einige Siedlungsareale recht klar fassen, wie zum Beispiel in der Umgebung von Frauenhofen, ebenso in der Umge­bung von Breiteneich, Burgschleinitz und Plank am Kamp. Dennoch zeigt sich hier noch keine sehr klare Struktur dieser Siedlungsareale. Ein besseres Bild bietet sich uns hier schon auf der ÖK 24, Mistelbach (Abb. 7). Hier zeigen sich zwei ver­schiedene Formen von Siedlungsarealen. Einerseits zeigt sich der Typus der „Hofkette an der Terrassenkan­te", 15 wie er von Neugebauer fur das Traisental vorge­schlagen wurde, hier zum Beispiel im Raum Asparn a.d.Zaya oder auch direkt südlich von Zwentendorf, di­rekt an der Terassenkante des Zayalaufs gelegen. Ande­rerseits zeigt sich auch, wie zum Beispiel um Michel­stetten, eine mehr gestreute Struktur eines Sied­lungsareals, wie sie eher dem Bild der Siedlungsareale in der Umgebung von Radovesice (23) 16 bietet. Ein klar dem Bild der "Hofkette an der Terrassen­kante" entsprechendes Bild bietet sich auf der ÖK 42, Ganserndorf (Abb. 8). Hier zeigen sich „Gehöftgruppen und Dorfsiedlungen ..., die etwa 2 bis 4 km voneinan­der entfernt sind", 17 die entlang der ersten Schotterter­rasse des Weidenbachs, sowohl auf der Nord- wie auch auf der Südseite, aufgereiht sind.

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